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Bartagamen - Pogona vitticeps

Erfahrungen, Haltungsbericht III - Sommer 2000


(Wie immer: Fotos zum Vergrößern bitte anklicken)

Hier berichte ich Euch über weitere Erfahrungen, die ich in diesem Jahr sammeln konnte. Ich denke, jeder von uns lernt immer wieder neue und interessante Eigenschaften seiner Tiere kennen. Je mehr Zeit man der Beobachtung widmet, desto besser lernt man die Tiere kennen und um so mehr Überraschungen erlebt man. Davon berichte ich gleich weiter unten.  

Hier zwischendurch etwas Besonderes: Bartagamen in freier Natur, fotografiert in Australien von Ingrid Schäfer 

Pogo auf der Straße

Pogo auf Straße 2

Pogona

Die Bartagamen sitzen bevorzugt auf dem Straßenasphalt, um die Wärme zu tanken. Leider werden viele der Tiere von den Autos überfahren.

Wer mehr über Australien wissen möchte, sollte sich Ingrids Seite in aller Ruhe gönnen: Ingrids-Reisen

Weibchen

Zunächst war ich eigentlich etwas traurig, weil ich in diesem Jahre keine Nachzucht hatte, kein einziges Ei. Mein altes Männchen war ja im Frühjahr verstorben. Die gesamte Gruppe hatte ein neues Terrarium bezogen und ich konnte lange Zeit nicht den von meinen Bartagamen bevorzugten roten Sand auftreiben. Ich ging also davon aus, daß diese Umstände alle dazu geführt hatten, daß es zu keiner Paarung gekommen war. Ein Jahr Pause konnte außerdem den Weibchen nur gut tun. So war es zwar irgendwie schade keine Nachzucht zu haben, aber nicht zu ändern.

Eines der Weibchen   

Das bei uns mittlerweile drei kleine Bartagamen eingezogen sind. Sie entwickeln sich bisher ganz prächtig. Auch die zwei heranwachsenden Tiere werden immer kesser. Mit meinen adulten vitticeps erlebte ich allerdings gerade etwas - hmmm, tja peinliches ... Rote Inlandform

Rote Inlandform, Jungtier

3 Bartw 310700

Aber von vorn: für einen Bericht wollte ich Fotos meiner Tiere machen. Dabei sollten auch Bilder drohender Männchen sein. Kein Problem, ich besitze ja zwei, den adulten und den semiadulten. Also an die Arbeit. Ich setzte den 'Kleinen' in das große Terrarium und stand mit der Kamera parat. Mein vermeintliches Männchen reagierte nicht, kein Zucken. Nicht einmal einen bösen Blick gönnte er dem Fremden. Was war das? Das große Zuchtweibchen kam zu dem Fremden und drohte, schnappte nach ihm. Sie baute sich auf vor ihm und verhielt sich fast männlich. Der Kleine blähte sich auf, färbte seinen Kragen tiefschwarz - alles nach Lehrbuch: Nur das Männchen zeigte keine Reaktion. Wir setzten ihn dann einfach zwischen Weibchen und den Kleinen. Irgendwann mußte er ja Regung zeigen. Nein, er flüchtete auf den Baum! Alle Bemühungen nützten uns nichts, die große Bartagame reagierte nicht. Was war los? Wir sollten doch nicht etwa... ? Nein, das wäre ja ein Ding!

Drei der Damen suchen ihre Schlafplätze auf

'Mein Händler' hatte gerade zwei ganz wunderschöne große Bartagamen, die angeblich zwei Männchen sein sollten. Wir hatten die beiden dort bereits mit anderen Männchen konfrontiert: der eine reagierte, der andere nicht. Ich vermutete, daß es ein Pärchen sein könnte... Nun, ich fragte den Händler, ob er mir die Tiere zum Testen für maximal 24 Stunden überläßt, evtl. würde ich sie ja behalten. Er willigte ein und ich holte die Zwei ab. Ich setzte zunächst das Tier, das ich für ein Weibchen hielt, ins Terrarium zu meinen Großen. Das älteste Zuchtweib kam heran, gnappte einige Male nach der Neuen und dann war alles gut. Dann wagte ich den Versuch, das zweite Tier einzusetzen. Wieder passierte nichts aufregendes. Um die Tiere nicht zu sehr zu stressen, holte ich nun den semiadulten Bock und hielt ihn vor das Terrarium. Sofort reagierten zwei Tiere: das Männchen in meinen Händen und das neue Männchen im Terrarium. Sie färbten die Kehlen schwarz und stellten sie auf, die Aufregung stieg in beiden Tieren an! Nun, einen wütenden Bock wollte ich nicht durch Festhalten ärgern und setzte den jungen Mann wieder in sein Terrarium zurück. 
Besitze ich einen Stall voller unterdrückter Männchen und ein Weib (zumindest das ist sicher) dazu, oder aber ich besitze jetzt einen Mann und fünf Weibchen, was in der Tat näher liegt. So ganz kann ich das noch nicht fassen, aber erklären würde das so einiges bezüglich der Nachzucht. Ohne Männchen geht das wohl nicht ...
Auf jeden Fall wohnen nun auch diese zwei neuen Tiere bei uns. Sie waren nicht eingeplant, aber sie bleiben. Es wird ein zusätzliches Terrarium hergerichtet und die Gruppe etwas verändert. Immerhin ist das jüngere Männchen ja im kommenden Jahr auch geschlechtsreif.

Ja, so kann es einem ergehen, wenn man sich bei den Bartagamen auf die Tatsache verläßt, daß im Handel erhältliche adulte Tiere ganz sicher Männchen sind (wer gibt schon Weibchen ab?). Allerdings bin ich erst dann sicher, wenn diese Weibchen eines Tages Eier ablegen. Bis dahin bleibt bei mir nach diesen Erlebnissen eine gewisse Skepsis zu den Geschlechtern bestehen. Die üblichen angeblich sicheren Merkmale der Geschlechter sind bei keinem meiner Tiere deutlich und mit 100%iger Sicherheit zu erkennen.

 

semi M

semi W

semiadultes Männchen semiadultes Weibchen

Auf jeden Fall sind diese zwei ein Pärchen, das ist sicher. Sie sind obendrein sehr frech und agil. Ich bin gespannt, ob es bei ihnen in der nächsten Saison zu Nachwuchs kommt. Wenn ja, dürften es sehr bunte Kinderchen werden ...

Zum Abschluss des Jahres mußte ich leider noch etwas Trauriges erleben. Mein ältestes Weibchen verstarb ganz plötzlich. Einen Tag zuvor war es munter wie immer und bestand auch noch auf seinem Rang bei der Fütterung. Am nächsten Tag lag es tot im Terrarium. Der Körper war aufgebläht und mit Blut gefüllt - eine sehr grausige Sache war das. Die Ursache ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen soll es sich um eine seltene Infektion handeln. Sobald ich genaueres weiß, ist mit wohler. Diese Krankheit soll nicht ansteckend sein, aber ein wenig Angst, auch noch die anderen Tiere zu verlieren, habe ich schon. In den nächsten Wochen ist bei den anderen Tieren kein Anzeichen einer Krankheit zu erkennen. Ich entschließe mich daher, sie zu evtl. Paarungen beisammen zu lassen.

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