FAQ 


Das Terrarium


- die Fotos können per Mausklick vergrößert dargestellt werden -

Bartagame von TH. Clanzet Es gibt tatsächlich Leute, die ihre Bartagamen frei in der Wohnung halten. Was das für die Gesundheit der Tiere bedeutet, dürfte jedem klar sein... allein bei dem Gedanken, welchen Keimen, Bakterien, Viren die Tiere ausgesetzt sind, läßt es einen erschaudern! Von den zusätzlichen Gefahren für die Tiere (glatter Boden, Teppichschlingen, Menschenfüße, Türen, Hygiene, Klima, fehlende UV-B-Bestrahlung und und und) will ich gar nicht weiter reden ... Und für den Menschen? Überall Kot und Urinstein, Heimchen und Grillen, zerkratzte Möbel?
Entwickelt sich so eine Art der 'Haltung' nun aus Geldmangel für ein anständiges Terrarium oder aus anderen Gründen? Ich weiß es nicht, möchte hier aber dringend davon abraten! Mit artgerechter Haltung hat das beim besten Willen nichts zu tun ...

 

Ein Zimmerterrarium hingegen ist eine ganz tolle Sache! Dazu hat man ein komplettes Zimmer, das für die Bartagamen eingerichtet wird. Hierzu liegt mir ein Bericht mit Fotos vor, der sehr lesenswert ist! Schaut mal hier 'rein.

Das Terrarium für ein Paar Bartagamen sollte die Maße von 150x80x60cm (LxBxH) nicht unterschreiten, besser ist ein Terrarium ab 180cm Länge. Dies gilt für die Haltung von ausgewachsenen Tieren.
Jungtiere bewohnen kleinere Terrarien. Am günstigsten ist es, wenn das Terrarium mitwachsen kann - das bedeutet, das Becken sollte der jeweiligen Größe der Tiere entsprechen. Entweder benötigt man also mehrere Terrarien oder man schafft sich gleich ein großes Becken an, das jeweils abgetrennt wird.

Dino Wie sieht das nun in der Praxis aus? Junge Bartagamen müssen zunächst lernen, wie sie am besten ihr Futter jagen. Das ist in einem zu großen Terrarium unmöglich. Für 2-3 Jungtiere eignet sich ein Behälter von 60-80 cm Länge. Mit zunehmendem Alter und Größe der Tiere sollte auch das Terrarium größer sein, also zum Übergang 100 cm Länge, nach etwa einem Jahr dann die am Anfang genannten Größen.


Ein zu großes Becken für Jungtiere würde zur Folge haben, daß die Tiere unter ständigem Streß stehen, Futter jagen zu wollen/müßen. Die Folge wäre ein schlechtes Gedeihen der Agamen - u.U. sogar Krankheit und Tod.
Kauft man zu Beginn ein großes Terrarium kann man dieses mittels eingezogener Trennwand zunächst verkleinern. Dabei ist zu beachten, daß keine Ritzen entstehen, in denen sich die Futtertiere verstecken oder durch die sie entweichen können. Auch die Einrichtung muß dem variablen Vergrößern angepasst werden.  

Ausrangierte Aquarien eignen sich nicht für die Haltung von Bartagamen. Der Luftaustausch in Aquarien ist nicht optimal und durch einen Zugriff von oben sind die Tiere ständigem Stress ausgesetzt (Greifvögel). Es sollte schon ein Terrarium mit Schiebetüren sein, die von vorne zu bedienen sind. Ob die Seiten aus Glas oder Holz bestehen, ist gleich und kommt auf den Geschmack des Besitzers an. Ein Holzterrarium macht sich aber im Wohnbereich sicher besser ...
Ab einer gewissen Größe ist ein Selbstbau zu überlegen. Zu diesem Thema gibt es eine Reihe guter Bücher.
Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auch auf unserer Terrarienbau-Forum. Dort werden alle Themen rund um das Terrarium behandelt.

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Der beste Platz

Die Bartagamen sind zwar relativ robuste Tiere, aber sie reagieren leicht auf Störungen mit Streß. Streß führt bei ihnen zu Unbehagen und fördert Krankheiten, kann auch zum Tode führen. Die Bartagamen sind untereinander in kleinen Gruppen sehr verträglich, solange sich nur ein Bock in der Gruppe befindet. Andere Tiere werden nicht gern gesehen. Das soll bei der Aufstellung des Terrariums beachtet werden.
Gegenüber von dem Terrarium soll also kein anderes Terrarium mit lebhaften Bewohnern stehen. Auch ein Vogelkäfig gehört nicht in den Einsichtbereich der Bartagamen. Die Bärte können aufgrund ihrer gut ausgebildeten Augen dieses einsehen, und fühlen sich durch die anderen Tiere gestört und bedroht - ein Terrarium mit ruhigen Bewohnern (Schlangen, Skinke etc.) hingegen stört nicht.
Das der Fernseher in Sichtweite der Tiere nichts zu suchen hat, versteht sich von selbst.
Ansonsten sollte der Raum gut zu belüften sein und ein 'normales' Klima soll herrschen (nicht Küche oder Bad). Gegen die Aufstellung in der Nähe des Sonnenfensters ist nichts einzuwenden. Es muß nur im Hochsommer darauf geachtet werden, daß es zu keiner Überhitzung des Terrariums kommt.
Das der Unterbau für das große Terrarium tragfähig sein muß und der Fußboden ebenfalls, muß bedacht werden. Es kam schon vor, daß durch zu hohes Gewicht eines Terrariums dieses dann durch den Fußboden brach ...

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Bodengrund

Als Bodengrund für ein Bartagamenterrarium wird Sand gewählt. Sand ist aber nicht gleich Sand... Wir unterscheiden hier in verschiedene Körnungen (Größe der Körner) und Schärfen. Schärfe bedeutet: der Sand besteht aus gebrochenen Körnern, die entsprechend scharfkantig sind. Dieser Sand findet im Bau und teilweise in der Aquaristik Verwendung, ist für Terrarientiere aber nicht geeignet. 
Nach Auskunft eines versierten Halters aus Australien (!) benötigen die Agamen ein Substrat, daß ihnen Sicherheit unter den Füßen bieten, also keinen weichen sondern nur trittfesten Sand!

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Ausstattung des Terrariums

terrigroß Die Bartagamen benötigen einige Dinge zum Leben, die wir in der künstlichen Welt gut bieten können. Sie möchten Klettern, sie möchten sich in die Sonne legen und sie möchten sich auch einmal zurückziehen können.

Zum Klettern und Ausruhen bauen wir einen oder mehrere stabile Äste in dem Terrarium ein. Bei kleineren Agamen reichen Korkäste aus, bei großen Tieren empfehlen sich große Äste. - Das Holz muß gründlich (!) gereinigt werden, am besten ist es, die Rinde abzuschälen, das Holz abkochen oder bei größeren Stücken mit Bürste und kochendem Wasser bearbeiten. Anschließend sollte das Holz einige Zeit durchtrocknen, 3-4 Wochen oder länger wäre optimal. 
Die Äste werden gut verankert im Terrarium eingebaut, bei Holzterrarien kann man sie leicht mit den Wänden verschrauben, bei Glasterrarien sollte
man den Ast auf eine Holzplatte schrauben, die dann auf dem Boden des Beckens zu liegen kommt. Zu beachten ist unbedingt, daß der Ast nicht senkrecht sondern waagerecht eingebracht wird. Es dürfen keine hervorragenden Plätze entstehen, da sich ansonsten das ranghöchste Tier diesen Platz sichert und für die anderen eine unnötige Streßsituation entsteht.
Die entstehenden Ruheflächen sollten so sein, daß die Bartagamen sich dort von einem Strahler oder von einer Lampe wärmen können.

Als Versteckplatz bietet man eine Korkröhre oder ein größeres Korkstück an, die/das der Größe der Tiere entspricht. Einige der Bartagamen ziehen sich zur Nacht gern in so ein Versteck zurück.

Heizung und Licht richtet sich nach der Größe und der Beschaffenheit des Terrariums (Grundfläche, Holz, Glas). Diese Punkte bespricht man am besten mit einem Zoofachhändler, der auch das entsprechende Material vorrätig hat.

Rück- und Seitenwände des Terrariums sollten verkleidet sein. Eine einfache Lösung sind Korkplatten, die man einkleben kann. Etwas aufwendiger, aber bei großen Terrarien sehr angebracht, sind Einbauten von Steinterrassen. Diese kann man aus Naturstein bauen, was aber ein hohes Gewicht zur Folge hat. Besser ist es, sich die Rückwände aus Styroporplatten und Baukleber zu basteln. Einige gute Tipps hierzu gibt es in der Literatur. In geraumer Zeit werde ich hierzu meine Erfahrungen auch auf dieser Page veröffentlichen (dauert noch etwas).

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UV-Bestrahlung

Eine häufig gestellte Frage ist die nach der Notwendigkeit von UV-Bestrahlung. Um es gleich vorweg zu sagen: UV-Licht ist unbedingt nötig für Echsen, für Wüstenbewohner noch mehr, da diese einen Großteil des Tages in der extremen Sonne verbringen. Das heißt, neben der UV-Strahlung sind die wüstennahen Gebiete auch besonderer Helligkeit ausgesetzt. Es ist daher nötig, sehr viel Licht in das Terrarium zu bauen. Es gibt spezielle Leuchtstoffröhren, die sehr hohe Lichtwerte erzeugen, zu erhalten in jedem gut sortierten Zoofachhandel!

Zurück zum UV: die Echsen benötigen im speziellen einen hohen Anteil an UV-B. Diese Strahlen sind wichtig zur Umsetzung von Vitaminen im Organismus der Tiere. Das Terrarium sollte daher mit einer guten Leuchtstoffröhre mit hohem UV-B Anteil ausgestattet werden. Durch viele Tests diverser Röhren sind die der Firma ZOO-MED (Repti-Sun UV-B5.0) die einzigen, die auch die Strahlung abgeben, die der Hersteller zusagt. Wichtig ist wieder der Hinweis UV-B5.0 !!! Die Röhren sollten in etwa so lang sein wie das Terrarium und im Terrarium montiert werden. Würde man sie auf das Terrarium legen, würde durch das Glas der UV-Anteil gefiltert und die Wirkung ist gleich null !

Also: höchster UV-B Anteil und Montage im Terrarium.

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© R. Kohlmeyer 2000 - 2001

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