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Wasseragame - Physignatus
Ordnung: Squamata - Schuppenkriechtiere
Unterordnung: Sauria - Echsen
Familie: Agamidae - Agamen


Die Wasseragamen zählen zu den ältesten, im Terrarium gehaltenen Tieren. Hier spielen ganz besonders zwei Arten eine Rolle: die grüne Wasseragame (Physignatus cocincinus) und die australische Wasseragame (Physignatus lesueurii). Ich lasse die anderen Arten hier ganz bewußt weg, da bisher weder die Zugehörigkeit zur Art wissenschaftlich sicher bestimmt ist, noch deren Haltung für die meisten Terrarianer zur Zeit in Frage kommt.

WA Köllner ZooFoto von I.Schäfer im Kölner Zoo

Wasseragame

 

Die grüne Wasseragame lebt in Südostasien (Südchina bis Vietnam), die australische, wie der Name schon  sagt, in Australien (östlicher Teil). Die Wasseragamen erreichen eine Gesamtlänge von 70-100cm, wobei 2/3 auf den Schwanz entfallen. Sie leben immer in der Nähe von Gewässern in Wäldern oder Felslandschaften. Sie können gut schwimmen, tauchen und klettern.
Nahrung in der Natur: Kleinnager und Insekten, einfach alles, was sie bewältigen können, gelegentlich auch Grünfutter.

WA Männchen Terrarienhaltung: Die Grüne Wasseragame benötigt ein Terrarium mit den Mindestmaßen für ein Paar von 200x100x150cm   (LxBxH). 60% der Bodenfläche sollte ein 20-30cm tiefer Wasserteil ausmachen. Kräftige Kletteräste sind unbedingt nötig, auf Pflanzen kann man verzichten. Die Tiere benötigen eine Temperatur von 25-28°C, nachts um 20°C. Zur Erreichung der nötigen Luftfeuchtigkeit sollte morgens und abends gesprüht werden.

Futter: Insekten, Mäuse, Küken, Fleisch, süßes Obst

WA Weibchen

Weibchen

Männchen

Zucht: Die Verpaarung erfolgt mehrmals im Jahr, es werden 5-15 Eier abgelegt.

Wasseragamen sind ruhige Terrarienbewohner. Die meiste Zeit des Tages verbringen sie mit beobachten. Immer wieder zwischendurch suchen sie das Wasser auf, um ein Bad zu nehmen. Gegen Abend begeben sie sich auf ihre Schlafplätze und warten geduldig, bis das Licht erlischt. 
Bei der Fütterung merkt man aber schnell, wie flink die Tiere sein können. Gibt es etwas Leckeres, kommen sie auch schon mal quer durchs Terrarium geschossen, um ihren Brocken abzuholen. Auch bei der Insektenjagd ist alle Ruhe vergessen. Gezielt springen sie auch aus größerer Entfernung auf das Opfer zu und packen es. - Eingewöhnte Tiere fressen problemlos aus der Hand.
 

WA2 Terrarientiere sind sehr gut mit mittelgroßen Mäusen zu ernähren. Dazu empfiehlt sich schon aus Kostengründen eine eigene kleine Nagerzucht. Wie man diese am besten aufbaut und unterhält, ist auf der Nagerseite nachzulesen.

 

Nachzucht im Terrarium ist sehr gut möglich.
Zu beachten ist bei der Inkubation der Gelege, daß diese nicht verpilzen.

 

Die australische Wasseragame (Physignatus lesueurii) wird unter etwa den gleichen Bedingungen gehalten. Der Platzbedarf ist evtl. etwas geringer, da diese Art nicht ganz so ungestüm ist, wie die Grüne.
Ich persönlich bin absolut fasziniert von dieser Art, obwohl ich keine besitze. Die Farbenpracht der ausgewachsenen Tiere hat mich total gefesselt. Gern hätte ich welche gehalten, aber es kam leider nie dazu.
WAgame Ines Haltung: Im Großen und Ganzen ist die Haltung wie die der grünen Wasseragamen. Die Australische Wasseragame ist aber etwas bodenständiger und benötigt im Terrarium Aufbauten aus Baumstümpfen oder großen Steinen. Diese Art ist insgesamt etwas kleiner (KRL etwa 45 cm) als die Grüne und relativ verträglich, sowohl gegenüber der eigenen Art als auch gegenüber dem Pfleger. Kleine Kämpfe kommen jedoch vor, auch muß man immer damit rechnen, daß sie zubeißen, nimmt man sie aus dem Terrarium.
Ein sehr schönes Tier - Das Foto wurde 
von Ines zur Verfügung gestellt, DANKE!
Futter: Insekten, Krabben, Fisch, Jungvögel, Kleinsäuger, Fleisch und Früchte.
Zucht: es werden 8-18 Eier in Erdhöhlen abgelegt.
Von Nachzuchten im Terrarium wird berichtet, aber man findet sie nicht so häufig im Angebot. 
Daher ist es sicher ratsam, sich frühzeitig mit einem Züchter in Verbindung zu setzen und rechtzeitig Jungtiere zu reservieren. Eine Möglichkeit dazu bietet unsere Halterliste.

 

Literaturtipp: H. Werning 'Wasseragamen'
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© R. Kohlmeyer 1999 - 2007

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