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Drymarchon corais couperi - Indigonatter


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Drymarchon corais couperi wird auch als Östliche Indigonatter bezeichnet. Ihre Heimat ist der südliche Teil Georgias und Florida. Sie bewohnt überwiegend Kiefern- und Eichenwälder. - Wie bereits erwähnt, ist sie in ihrer Heimat streng geschützt. Wir sollten also beim Erwerb eines solchen Tieres genau darauf achten, daß es sich um eine Nachzucht handelt.
Die Indigonatter hat eine blauschwarz-schimmernde Haut. Die Unterseite von Hals und Kopf kann orange bis rot gefärbt sein. Der Kopf ist kaum vom Hals abgesetzt. Die Körperform ist im Querschnitt dreieckig und nicht oval, wie bei den meisten anderen Schlangen. Sie erreicht eine Länge von etwa 260cm und ein Gewicht von bis zu 5kg. Indigonattern erreichen ein Alter von 25 Jahren.
Indigobaby

Jungtier im Alter von 2.5 Monaten

Das Gemüt dieser Tiere ist friedlich und man bekommt sie leicht 'zahm'. Daher erklärt sich auch, weshalb die Indigonatter früher häufig im Zirkus und in Show-Veranstaltungen zu sehen war. Sie droht gern, indem sie den Vorderkörper aufrichtet und abplattet (ähnlich einer Kobra). Dabei rasselt sie aufgeregt mit der Schwanzspitze. Allerdings kommt es so gut wie nie vor, daß sie in dieser Situation zubeißt. Dieses Verhalten läßt nach der Eingewöhnung im Terrarium meist nach.

Adulte Tiere häuten sich, im Vergleich zu anderen Schlangen, recht häufig (alle 4-6 Wochen). Dabei kommt es selten zu Problemen. Sollte es einmal Schwierigkeiten geben, so kann der Halter dem Tier helfen, in dem es gebadet und dann die alte Haut vorsichtig abgestreift wird. Anders als bei anderen Schlangen, häutet die Indigonatter auch die Zungenspitze.

Die Indigonatter ist eine tagaktive, sehr agile Schlange, die sich überwiegend in Bodennähe aufhält, aber auch gern etwas klettert. Das muß bei der Planung des Terrariums berücksichtigt werden. Man wählt demnach ein großes eher flaches Terrarium aus. Für adulte Tiere sollte das Becken eine Mindestlänge von 200 cm und eine Tiefe von 90-100 cm nicht unterschreiten. Eine Höhe von 80-100cm ist ausreichend. Es ist eine Temperatur von 25-30°C nötig, bei einer nächtlichen Absenkung auf ca. 22°C. Die Luftfeuchtigkeit sollte um 50% liegen (bei zu feuchter Haltung können Hautkrankheiten auftreten).
Als Substrat hat sich ein Torf-Sandgemisch bewährt, wobei Torf immer das Problem des Staubens mit sich bringt. Daher ist u.U. ein Gemisch aus Terrarienerde und Sand besser geeignet. - Pflanzen sind wenig sinnvoll, da die großen Schlangen sie schnell zerdrücken. Künstliche Pflanzen kann man nach Geschmack problemlos integrieren.
Eine große Wasserschale und Versteckmöglichkeiten (Steinhöhlen gegen Einsturz sichern!) müssen ebenfalls vorhanden sein. Indigonattern sind zwar keine guten Kletterer, aber sie klettern dennoch gern. So sollte ein stabiler Ast nicht fehlen. Als Häutungshilfe und zum Fressen (s.u.) ist ein großer Stein nützlich.

Futter: Nager, Fische, Vögel, Frösche, Eier und auch Schildkröten, Echsen und andere Schlangen (auch Giftschlangen). Die Beute wird nicht gewürgt sondern festgehalten und gegen den Boden oder einen Stein gedrückt.
Die Indigonatter gilt als 'Vielfrass'. Das muß man bei der Anschaffung bedenken. Ein adultes Tier nimmt pro Mahlzeit bis zu 10 Mäuse zu sich.
Bei der Verfütterung von Fisch sollte man darauf achten, daß man Süßwasserfisch wählt. Frösche, Echsen und Schildkröten bleiben ausschließlich den frei lebenden Nattern vorbehalten, im Terrarium verfüttern wir sie nicht (Artenschutz!). Da die Indigonattern auch andere Schlangen nicht verschmähen, werden sie häufig einzeln gehalten. Nach den Erfahrungen von Züchtern passiert aber nichts, wenn die Nattern von klein auf zusammen in einem Terrarium leben.
Zur Fütterung ist es allerdings immer ratsam, die Tiere zu trennen. Bei Gemeinschaftshaltung werden die Tiere nach der Mahlzeit gebadet (um den Futtergeruch zu vertreiben) und das Terrarium leicht mit warmem Wasser ausgesprüht. Erst dann kommen die Schlangen zurück ins Becken.
Das Trinkwasser ist täglich zu wechseln. Bei der Verfütterung von lebenden Futtertieren ist keine zusätzliche Gabe von Vitaminen/Mineralien  nötig. Bei Verfütterung toter Beute sollte man ein entsprechendes Präparat verwenden.

Zucht: Indigonattern sind ovipar, also eierlegend. Sie werden in der Gefangenschaft nachgezüchtet, daher ist es nicht nötig, auf Wildfänge zurückzugreifen. Die Tiere sind mit 4-5 Jahren geschlechtsreif. Nach einer Winterruhe (in der Zeit zwischen November bis März) bei 15-22°C erfolgt die Paarung. Auch hierbei muß man als Halter aufpassen, daß sich die Indigonattern nicht gegenseitig fressen. - Das Gelege umfasst bis zu 12 Eier, die in einem Inkubator für 60-90 Tage bei 25-26°C gezeitigt werden.


Männchen

Eigene Erfahrungen: Ich erwarb drei Jungtiere, direkt von einem Züchter. Es handelt sich um zwei männliche und ein weibliches Tier. Auf Empfehlung des Züchters richtete ich ihnen ein Terrarium von 180cm Länge her, das für die ersten Monate ausreichen sollte. Die Temperaturen zu erreichen, war kein Problem, da das Terrarium in einer Anlage integriert ist und somit ein wenig Wärme von den Terrarien über und unter diesem erhält. Die weitere Wärme wird durch die Beleuchtung erreicht.
In dem Terrarium befindet sich ein großer, querliegender Baum, der an Wand und Boden fest verschraubt ist. Zusätzlich wurden einige Höhlen eingebracht, einige große Steine und künstl. Pflanzen.
Als Substrat verwende ich ein Sand-/Lehmgemisch, daß sich in feuchtem Zustand gut zu Höhlen formen ließ.

Eines der Männchen in Häutung 

Bevor die Nattern aber in das große Becken einziehen durften, verbrachten sie einige Wochen in Quarantäne. Dazu richtete ich drei große Fauna-Boxen her. Es kam jeweils eine Lage Küchenkrepp auf den Boden, je eine leere Papprolle von Küchenkrepp als Versteck und jeweils eine kräftige Kunstpflanze. Jede Box wurde mit einer größeren Wasserschale bestückt. Dann bezogen die Schlangen ihre Boxen.

Weibchen

Während der ersten Tage waren die Nattern eher zurückgezogen in den Papprollen. Dann lagen sie aber tagsüber immer gern auf den künstlichen Farnen. Sie zeigten sich sehr interessiert an ihrer Umgebung, waren dabei aber in keiner Weise schreckhaft oder scheu.
Dann stand die erste Fütterung an: es sollte Babymäuse geben, die aber nicht angerührt wurden. In den folgenden Tagen versuchte ich es mit größeren Mäusen und Rattenbabys ... lebend und tot. Keine Reaktion bei den Indigonattern. Sie wollten einfach nicht fressen.
Weibchen

Weibchen

Weibchen

Dann hatte ich Fischfilet im Anbruch, welches ich meinen Strumpfbandnattern (mangels Stint) an dem Tag fütterte. Ich schnitt einige Steifen zurecht und belegte drei Futterteller. Da das Filet kaum Geruch hatte, machte ich auf jeden Teller einen kleinen Klecks Hundefutter. Die Drei kamen auch sofort herbei und züngelten aufgeregt. Nach einer Stunde etwa war der Fisch von allen Tellern verschwunden. - Immerhin hatten sie nun ein wenig Nahrung im Bauch. Ausreichend waren die Mengen sicher nicht und ein weiterer Versuch in der nächsten Woche verlief wieder ohne Erfolg. 

Indigo nach der Fütterung

Von einem erfahrenen Schlangenhalter erhielt ich eine Bachblüten-Rezeptur*), die die Eingewöhnung und den Appetit unterstützen sollte. Ich ließ mir das Rezept in der Apotheke mischen und gab davon ins Trinkwasser.
Drei Tage später war Fütterung. Die erste Natter nahm eine Maus, etwas zögerlich, die zweite und dritte Babymaus dann sofort anschließend. Die zweite Natter, das Weibchen, wollte erst überhaupt nicht. Sie nahm das Futtertier zwar ins Maul, spuckte es aber mehrmals wieder aus. Endlich schluckte sie die Maus ganz ... aber zu einer weiteren war sie nicht u überreden. Die dritte Indigonatter öffnete sofort das Maul und schnappte nach der Maus. Aber auch sie wollte keine weitere Babymaus mehr. Ich war zufrieden, die Tiere hoffentlich auch. 

... endlich gefressen ...

Nun warte ich die nächste Fütterung in ein paar Tagen ab. Wenn es wieder so perfekt klappt, liegt es ganz sicher an den Bachblüten! 

*)Übrigens haben Bachblüten nichts mit Blumen zu tun, die an einem Bach wachsen. Die Methode der Heilung durch natürliche Stoffe wurde von dem Engländer Dr. Bach (Bach Flower Concentrates) entdeckt. Es handelt es sich um homöopathische Aufbereitungen der wässrigen Auszüge von 37 verschiedenen Blüten wildwachsender Pflanzen und Bäume (keine Gift- und Nahrungspflanzen). Die Blütenauszüge werden mit Alkohol konserviert und als Konzentrate in Vorratsflaschen (Stockbottles) abgefüllt.


Um es abzukürzen: zwei der kleinen Nattern überstanden die Quarantänezeit nicht. Sie waren zwar parasitenfrei und soweit gesund, ob aber genetische Schäden vorlagen oder ob sie die Umgewöhnung ganz einfach nicht verkraftet hatten, konnte nicht geklärt werden.
Die dritte Indigonatter nahm, wenn auch zögerlich, allmählich Nahrung an. Sie zog in das Terrarium um und entwickelte sich ganz gut. Mit der Zeit entwickelte sie sich dann auch zu einem guten Nahrungsverwerter.
Aus gesundheitlichen Gründen mußte ich meine Bestände reduzieren und auch meine schöne Natter angeben.


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© R. Kohlmeyer 2001 - 2004

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