Königspython - Python regius
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Ein Wort zu Beginn: Der
Königspython trägt seinen Namen sicher zu Recht. Er ist eine sehr schöne,
majestätische Schlange, die sehr häufig in Terrarien gehalten wird. Leider
wird besonders der Königspython sehr häufig von unerfahrenen Terrarianern
erworben, die die auftretende Probleme zu spät erkennen und demzufolge zu spät
reagieren. Diesen Umstand müssen jährlich viele Königspythons mit ihrem Leben
bezahlen.
Es wird besonders in den verschiedenen Foren im Internet immer wieder darauf
hingewiesen, daß sich Einsteiger in die Terraristik diese Tiere nicht
anschaffen sollten. Immer wieder liest man dann aber auch die Ignoranz der
Interessierten Fragesteller. Gekauft werden die Pythons dann doch und es dauert
nicht lange, bis die Probleme auftreten und die Hilferufe kommen. - Ein
Königspython leidet lange still vor sich hin, um irgendwann 'ganz plötzlich'
zu sterben. Ein Einsteiger ist damit überfordert und kann dies nicht
rechtzeitig erkennen. Man sollte unbedingt erst mit weniger anfälligen Arten
seine Erfahrungen sammeln! Dann allerdings steht dem Erwerb dieser wunderbaren
Tiere nichts mehr im Wege. |
| Unser größtes Weibchen |
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Vorkommen: Der Königspython stammt von der Westküste Afrikas, genauer aus Bereichen vom Senegal über
Ghana, Togo, Burkina Fasa und dem Nord-Kamerun bis Uganda. Hier bewohnt er
vorwiegend Steppengebiete und nicht, wie häufig angenommen, den Regenwald!
Wildfänge? Besonders beim Python regius hat der Fang der Tiere in den
Heimatländern zu erheblichen Problemen geführt. Zum einen ist jedes gefangene
und exportierte Tier ein Eingriff in die Natur. Das ist bereits nicht im
Interesse der ernsthaften Terrarianer und wir sind immer bemüht, keine
Wildfänge zu erwerben. - Beim Königspython ist es aber weitgreifender. Diese
Schlangen wurden über viele Jahre aus Ghana exportiert. Sie wurden zu Tausenden
gefangen und außer Landes geschafft. Wenn man weiß, wie wenig Nachwuchs diese
Schlange hervorbringt, wird man sich die Folgen für das Land ausmalen können... in
Ghana kam es zu einer explosionsartigen Vermehrung von Nagern (die Fressfeinde
waren ja weggefangen). Die vielen Nager stürzten sich verständlicherweise auf
die Getreideernten und das Saatgut der Bevölkerung. Folge: Ernteausfälle und
Hunger im Land! Wenn man sich vor Augen hält, daß nur aus Unüberlegtheit von
irgendwelchen Tiernarren in diesen Ländern Kinder sterben mußten ...
Die Ghanaische Regierung hat die Ursache erkannt und den Export des
Python regius verboten. Folge: die Schlangenfänger dehnten ihr Sammelgebiet auf
Togo und andere Nachbarstaaten aus. Ich hatte vor etwa drei Jahren ein Gespräch
mit einem Togolesen zu diesem Thema. Ich fragte ihn, ob sich die Population an
Nagetieren in Togo erhöht hat. Er grübelte und kam dann zu dem Schluß: Ja,
irgendwie schon. Ihm war aber nicht klar, wieso das so war. Ich berichtete von
den Vorkommnissen in Ghana und wir diskutierten, ob sich dies alles in Togo
wiederholen könne. Es kann ... allerdings ist Togo wohl zu klein und auf
Exporte angewiesen ...
Jeder, der bisher gleichgültig diesem Thema gegenüberstand, sollte einmal
nachdenken und sich fragen, ob man ausgerechnet Tiere aus Wildfängen, die in ihrer Heimat eine überaus wichtige Aufgabe
haben, erwerben muß.
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Maße: Python regius ist ein
afrikanischer Python. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv und erreicht eine
Länge von 150cm, in Einzelfällen auch mehr. Die durchschnittliche Länge
beträgt etwa 120 cm, das Gewicht eines gesunden Weibchens dieser Größe liegt
um 1.200g.
Beim Schlupf messen die Tiere 37-42 cm bei 40-65g. Damit zählt
diese Art zu den kleinen Pythons. |
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Das adulte Männchen |
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Terrarium: ein Terrarium für ein Pärchen
Python regius sollte 120x60x60cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Besser wär es,
wenn das Becken höher wäre (120x80x100), da die Schlangen sehr gern klettern und auf
erhöhten Ästen liegen. Als Substrat kann man verschiedene Materialien
verwenden. Gut bewährt haben sich z.B. Heimtierstreu, Repti-Bark, Rindenmulch,
Torf oder Räucherspäne. Mulch und Torf sollten unbedingt vor Gebrauch im
Backofen sterilisiert werden. Wir raten allerdings nicht gern zu Torf, da er
sehr staubt, wenn er trocken wird.
Als Unterschlupf bietet man ein hohles Korkstück, einen umgedrehten Blumentopf
mit Einschlupfloch oder ähnliches an. Ein Wasserbecken muß angeboten werden.
Es muß groß genug sein, daß der Python bequem dort baden kann, was er sehr
gern vor der Häutung tut. Das Wasser muß täglich gewechselt werden, da es
auch getrunken wird.
Pflanzen sind für das Klima immer sehr positiv, allerdings sind die Tiere
nachts sehr aktiv und zerdrücken die Pflanzen in der Regel sehr schnell,
aufgrund des hohen Körpergewichtes. - Man kann also gleich drauf verzichten.
Die Beleuchtung soll einen klaren Tag-/Nachtrhythmus erfüllen. Bei Temperaturen
von tagsüber ca. 30°C und nachts um 24°C ist eine Beleuchtungszeit von 10-12
Stunden angebracht. Ob eine UV-Bestrahlung notwendig ist, ist derzeit noch
umstritten. Viele Schlangenhalter lassen die zusätzliche UV-Beleuchtung bei
Schlangen weg, andere schwören drauf. Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gibt
es noch nicht.
Die Luftfeuchtigkeit soll je nach Jahreszeit (Regenzeit in der Heimat) bei 60 -
95% liegen. Die Werte erreicht man zum einen dadurch, dass die Wasserschale auf
eine Heizmatte gestellt wird, zum anderen dadurch, dass man täglich leicht
sprüht. Dabei muß beachtet werden, daß das Substrat niemals nass sein darf.
Futter: verschiedene Kleinnager; im
Terrarium hauptsächlich Mäuse, Vielzitzenmäuse, Ratten und Grasratten, auch
Meerschweinchen kommen in Frage. Bei Fütterung von toten Nagern muß eine
zusätzliche Vitamingabe erfolgen. Ansonsten empfiehlt es sich, die Nager
bestens zu versorgen (kein Pelletfutter, s. auch meine Nagerseite), dann kann
auf Vitaminzusätze verzichtet werden.
Kauf eines Python regius: Einen
Königspython zu erwerben, sollte in aller Ruhe erfolgen. Ja, ich weiß: das
Terrarium ist eingerichtet, das Klima seit über einer Woche stabil - nun muß
da auch der Köpy rein. Kann ich gut verstehen, aber trotzdem: lasst Euch gerade
bei dieser Schlange einfach viel Zeit. Überlegt genau, was Ihr möchtet. Denkt darüber
nach, wie es um die Wildfänge bestellt ist (s. oben). Und ein sehr wichtiger
Punkt: Python regius erreicht ein stattliches Alter. 20 Lebensjahre sind nicht selten,
von Einzelfällen weiß man anhand von sicheren Daten, daß sie über 40 (!)
Jahre alt wurden.
Wo kaufe ich denn und was sind Farmzuchten und
wie komme ich an Nachzuchten?
Hier gebe ich unsere Erfahrungen und Nachforschungen wieder. Du wirst hier
nicht das lesen, was andere 'vom Hörensagen' weiter verbreiten, ohne den Themen
auf den Grund zu gehen.
- Wildfänge (WF) -
wurden bereits beschrieben. Ergänzend dazu ist zu erwähnen, daß der Gesundheitszustand sehr
oft schlecht ist. Die meisten WF leiden unter Befall von Parasiten, Zecken,
Milben und oft haben sie innere Krankheiten.
- Farmzuchten (FZ)
- zu diesem Thema muß ich nochmals weiter ausholen. Gerade bei Python
regius hat sich in den letzten Jahren in Bezug auf Farmen sehr viel zum
Positiven verändert. Bisher war es meist so, daß trächtige Pythonweibchen
gefangen wurden und auf diesen so genannten Farmen bis zur Eiablage gehalten
wurden. Anschließend wurden diese Weibchen dann entweder verkauft oder
wieder in die Freiheit entlassen. Die schlüpfenden Jungtiere hat man
schnellstmöglich in Kisten verfrachtet und an die Hauptabnehmer- länder
(USA, Frankreich, Deutschland) versandt. In welchem Zustand diese kleinen
Schlangen die Reise überstanden (oder nicht) war relativ egal. Die
Schlangen wurden für einen so geringen Betrag gehandelt, daß Verluste
nicht ins Gewicht fielen.
Heute sieht es größtenteils ganz anders aus. Es entstanden in den
Heimatländern Zuchtstationen (Farmen), die überwiegend sehr gut geführt
werden. Dort werden Elternpaare auch heute noch gefangen, aber sie werden in
diesen Farmen verpaart, legen dort ihre Gelege ab und verbleiben dort. Sie
werden unter natürlichem Klima gehalten, übrigens sowohl Weibchen wie auch
Männchen. Die Jungtiere werden entweder auch noch heute kurz nach dem
Schlupf verschickt, man geht aber dazu über, diese bis zur ersten Häutung
zu behalten und auch die erste Fütterung vor Ort vorzunehmen. Dadurch sind
diese Farmzuchten schon etwas teurer als die vorgenannten. Der Vorteil
dieser Nachzuchten liegt klar auf der Hand: sie erblicken unter natürlichem
Klima das Licht der Welt und erleben die ersten Lebenswochen ebenfalls unter
besten Bedingungen. Der anschließende Transport belastet sie nicht so
stark, da sie bereits widerstandsfähiger sind. Eine gesundheitliche
Beeinträchtigung ist aber nicht auszuschließen.
- Nachzuchten (NZ)
- am besten ist es ohne Frage, eine einheimische Nachzucht zu erwerben. Diese Tiere sind
bereits seit Beginn ihres Lebens an die Terrarienbedingungen gewöhnt. Sind
die Zuchtbedingungen in Ordnung, wird man auch gesunde Tiere erhalten. Ein
weiterer Vorteil ist, daß NZ normalerweise keine Fütterungsprobleme haben.
- Händler
- oft liest man noch, daß man im Zoofachhandel fast nur WF kaufen kann. Das
ist nicht richtig. Es gibt immer mehr Fachgeschäfte, die ausschließlich NZ
verkaufen. In vielen Geschäften ist es bereits so, daß dort selbst
gezüchtet wird. Selbstverständlich ist dort das Angebot dürftiger, denn
der Königspython vermehrt sich häufig nur alle zwei Jahre und dann auch
nur in geringen Mengen. Ein Königspython aus heimischer Nachzucht ist immer
teurer als ein WF- oder FZ-Tier. Das hat gute Gründe (s. Zucht) und sollte
niemanden davon abhalten, ein gutes Tier zu erwerben! Einen NZ-Python regius
werdet Ihr im Handel kaum unter 100,- Euro finden (Jungtier).
An dieser Stelle nochmals mein Aufruf an alle: seid aktiv gegen Wildfänge
und unterstützt den Handel, indem Ihr 30% Eurer NZ'n an den Handel abgebt.
- Online-Shops
- ein neuer Boom ist tatsächlich, Tiere per Internet zu bestellen. Ich
persönlich stehe dem mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Man weiß
vorher nicht, wie das Tier aussieht und in welchem Zustand es ist. Man
weiß nicht, ob es gesund und lebend eintreffen wird. Es ist selten
möglich, für kranke oder tote Tiere Ersatz oder Schadensausgleich zu
bekommen. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, daß ein Shop Nachzuchten
versenden würde, eher gehen da dann wohl die Wildfänge auf den Weg...
- Börsen, Messen
- nur wer wirklich sicher weiß, was er sucht und entsprechende Kenntnis
über die Art hat, sollte auf einer Börse kaufen. Aber diese
Veranstaltungen eignen sich sehr gut, um sich die verschiedenen Tiere
anzusehen.
- Privater Züchter/Halter
- ich will jetzt nicht behaupten, ein Königspython aus privater Zucht wäre
immer besser als einer mit anderer Herkunft. Sehr häufig ist es aber so.
Ein sehr großer Vorteil am Kauf bei Privatleuten ist einfach: man kann sich
die Elterntiere ansehen (sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht
möglich sein: Vorsicht!). Man kann sich ferner genau über die Haltung und
die Gewohnheiten der Schlangen erkundigen. Jeder gewissenhafte Halter wird
seine Nachzuchten in bestem Zustand abgeben und er wird auch seine weitere
Hilfestellung anbieten. Oft nehmen Privatleute bereits im Frühjahr
Reservierungen ihrer NZ'n entgegen. So hat man schon früh Gewissheit, daß
man sein Tier bekommt, sobald es geschlüpft und futterfest ist. Am
besten, man fragt bei Interesse direkt nach (s. auch 'Halterliste').
Nachteile bei Privatkauf gibt es auch, klar. Nachzuchten werden z.B.
mitunter zu früh vergeben. Entscheidet
man sich im Herbst oder Winter für die Haltung eines Königspython, wird es
fast aussichtslos sein, ein Tier aus einer privaten Nachzucht zu bekommen.
Noch ein kleiner Nachteil: man muß zu einem Züchter hinfahren. Nicht immer
wohnt jemand in der Nähe. Aber wer ein Tier wirklich will, dem ist kein Weg
zu weit. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: es ist immer sehr lohnend,
einem erfahrenen Züchter einmal 'über die Schulter' schauen zu dürfen.
Wir selbst sind auch schon sehr weit für Tiere gefahren und ich kann sagen:
ich bereue keine Fahrt!
Eine gute Möglichkeit bei weiteren Entfernungen bieten da wieder Börsen,
zum Beispiel die zweimal jährlich stattfindende Terraristika
in Hamm. Man kann beispielsweise vorher per Internet/Telefon
Kontakte knüpfen und Fotos austauschen. Dann kann man sich auf einer Börse
mit dem Halter treffen und die Tiere begutachten und übernehmen (oder auch nicht).
Meldung
Python regius unterliegt dem Washingtoner
Artenschutzabkommen (WA II) und somit der Meldepflicht. Für WF und FZ benötigt
man die entsprechenden Papiere bzw. die Import-Nummer. Für ältere Tiere ist k eine sog. CITES-Bescheinigung
mehr erforderlich. Bei dem Erwerb von
Nachzuchten muß eine Kauf- bzw. Übernahmebescheinigung (Muster
hier) vorliegen.
Die Tiere sind dann bei der zuständigen Behörde (unterschiedlich in den
Bundesländern, aber meistens bei der unteren Landschaftsschutzbehörde)
anzumelden. Diese Meldungen dienen der statistischen Erfassung und sind
kostenfrei, aber gesetzlich vorgeschrieben.
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© R. Kohlmeyer
1999 - 2004
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