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Australischer Felsenpython - Antaresia

Haltungsbericht und Fotos von Carsten Sicars, kopieren nicht gestattet


Es sind folgende Arten der Antaresia bekannt:

Antaresia childreni (Gray 1842) A.childreni Größe: 90 - 110 cm
Zeichnung: hellbraune Flecken, die sich bei adulten Tieren verlieren
Antaresia maculosa (Peters 1873)
mit der Unterart brentonologhlini (Hoser 2003)
A.maculosa Größe: 100 - 140 (150) cm
Zeichnung: dunkelbraune, kräftige Flecken, die erhalten bleiben
Antaresia stimsoni (Smith 1985)
mit den Unterarten stimsoni und orientalis
A.stimsoni Größe: 100 - 120 cm
Zeichnung: rotbraune Flecken
auf sandfarbigem Grund, die erhalten bleiben
Antaresia perthensis (Stull 1932) A.perthensis Größe: 70 - 90 cm
Zeichnung: rostbraune Flecken auf hellbraunem Grund, die erhalten bleiben


 

Das Verbreitungsgebiet von Antaresia erstreckt sich über die nördlichen Gebiete Australiens (detaillierte Karten dazu -hier-)
Der Python bewohnt verschiedene Biotope, von offenen Graslandschaften über Wälder, Regenwälder und Gebiete mit überwiegend felsiger Landschaft. Auch die Nähe von Sidlungen wird nicht gemieden.

Nahrung: In natürlicher Umgebung ernährt sich dieser Python von Kleinsäugern wie Ratten und Mäusen sowie von Echsen, Vögeln und Fledermäusen.

Verhalten: Antaresia ist ein relativ ruhiger Vertreter seiner Art, obwohl Jungtiere sehr angriffslustig sein können. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv, sehr rege und ein geschickter Kletterer.

Haltung: Für diesen kleinen Python reicht, je nach Art, ein Terrarium vom 60x30x40 cm bis 100x50x75 cm aus.
Terrarien gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei jede ihre Vor- und Nachteile hat.
Terrarien aus Glas lassen sich leicht reinigen, aber sind relativ schwer und empfindlich und haben einen schlechten Isolierwert. Holzterrarien isolieren besser, sind aber anfälliger gegen Feuchtigkeit. Terrarien aus Kunststoff lassen sich gut reinigen, sind leicht und haben einen guten Isolierwert, sind aber eben nicht sehr schön anzusehen. Hier muß jeder für sich entscheiden, was für ihn die richtige Wahl ist.
Die Scheiben des Terrariums sollten auf jeden Fall mit einem Terrarienschloß gesichert werden. Dieser kleine Python ist ein wahrer Ausbruchskünstler. Auch ein 3mm-Spalt zwischen den Scheiben reicht bei Jungtieren zur Flucht. Hier kann man ein Dichtband, welches man für Fenster verwendet, einkleben.

Als Bodengrund kann Pinienrinde, Buchenhack oder Sand verwendet werden. Die Bodenschicht braucht nicht besonders hoch zu sein, da sich dieser Python nicht gern eingräbt.
Dafür sollte man aber nicht an Steinen, Rindenstücken und Kletterästen sparen. Antaresia liebt es, sich in enge Spalten zu klemmen, was bei der Wahl der Verstecke und beim Bau der Rückwand berücksichtigt werden sollte.
 

Die Tagestemperaturen sollten zwischen 26 - 28°C liegen, lokal auch 35 - 37°C. Man erreicht dies mit einer Heizmatte oder einem Spot. Nachts wird die Temperatur auf 20 - 23°C abgesenkt. - Zur Steuerung der Temperaturen werden Thermostaten eingesetzt. Hier gibt es viele Modelle im Handel. Die Geräte von Biotherm arbeiten sehr genau. Für Antaresia sollte man den Biotherm 2000 - 10° nehmen, da er eine automatische Nachtabsenkung um 10°C regelt.

Die Beleuchtungsdauer ist tagsüber etwa 10 - 14 Stunden. Ich verwende sowohl eine Leuchtstoffröhre (Tageslichtspektrum) als auch einen Halogenspot. Auf eine UV-Lampe kann verzichtet werden. Sinnvoll ist jedoch die Installation einer Dämmerungsbeleuchtung (1 Watt Kindernachtlicht) in den Abendstunden über ca. 1,5 Stunden, da diese die aktive Phase der Schlangen einleitet und man die Tiere praktisch auf Knopfdruck zu sehen bekommt.
Zur Steuerung der Beleuchtung verwende ich handelsübliche Zeitschaltuhren.

Die relative Luftfeuchte sollte tagsüber ca. 55 - 65% betragen, nachts 60 - 70%. Auch wenn Antaresia bis in Wüstenboitope vordringt, ist es notwendig, regelmäßig Wasser im Terrarium zu versprühen. Ich mache das alle 2-3 Tage. Eine zu trockene Haltung führt neben respiratorischen Infekten zu Häutungsschwierigkkeiten.
Die Kontrolle der Luftfeuchte, wie auch der Temperaturen, erreicht man mittels Thermometer und Hygrometer. Hier gibt es analoge und digitale Meßgeräte. Entscheidet man sich für digitale Meßgeräte, sollte man nicht auf die preiswerten zurückgreifen, da diese oft nicht sonderlich genau arbeiten!

Ernährung: Bei der Pflege im Terrarium kann Antaresia überwiegend mit Kleinsäugern (Mäusen und Ratten) gefüttert werden. Bei Jungtieren bis zu einem Jahr nimmt man Mäusebabys, die nicht viel dicker sein sollten, als die Schlange selbst. Lieber mehrere Futtertiere geben, als ein großes. Der Futterintervall beträft 7 - 10 Tage.
Ab einem Jahr können Springer gefüttert werden. Springer sind frisch-behaarte Mäuse- oder Rattenbabys.
Eine Fütterung alle 14 Tage ist ausreichend.
Anschließend füttert man Mäuse oder junge Ratten, ca. alle 14 - 21 Tage.
Einmal futterfest, kann man Antaresia in der Regel leicht an Frostfutter gewöhnen. Zum Auftauen legt man die Futtertiere in einem Frischhaltebeutel und diesen in warmes Wasser. Anschließend kann man sie mit einer Futterpinzette anbieten.
Die Schlange häutet sich in der ersten Jahren, je nach Wachstum und Futtergabe, ca. alle 4 - 8 Wochen. Bei jungen Tieren ist eine Trübung der Augen nicht zu erkennen. Es ist sinnvoll, ein Protokoll über die Fütterungen/Häutungen zu führen, um nicht während der Häutung zu füttern. Verbleiben Hautreste an der Schlange, müssen diese entfernt werden. Am einfachsten geht das mit einer Faunabox, in der feuchte Zellstofftücher zerknüllt sind. Man läßt das Tier dort ca. eine halbe Stunde umherkriechen und kann dann die Hautreste leicht entfernen.

Im Terrarium sollte ein Gefäß mit frischem Wasser stehen, das sowohl zum Trinken, wie auch zum Baden benutzt wird. Das Wasser sollte alle zwei Tage gewechselt werden.

Zu den täglichen Kontrollen gehört das Entfernen von Kot und Urat. Wird dies sorgfältig gemacht, reicht eine Grundreinigung des Terrariums alle sechs Monate aus.

Antaresia kann einzeln und in Gruppen gehalten werden. Männchen können nicht zusammen gehalten werden, da sich die sonst ruhigen Tiere sofort heftige  Kommentkämpfe liefern. In Ermangelung von Rückzugsmöglichkeiten im Terrarium, arten diese Kämpfe schon mal in Beschädigungskämpfen aus.


Zucht: Antaresia wird mit 2 - 3 Jahren geschlechtsreif. Um die Zucht einzuleiten, erhöht man die Tagestemperaturen zwischen Januar und März auf 28 - 32°C. Nachts fällt die Temperatur nur auf 25 - 28°C ab. Die Beleuchtungsdauer wird auf 14 Stunden täglich erhöht. Nun setzt man die Tiere paarweise zusammen.
In den meisten Fällen kommt es sehr schnell zu Paarungen, die 6 - 8 Wochen anhalten können. Nach dem Abnehmen der Paarungsaktivitäten trennt man die Geschlechter wieder. Vor allem das Weibchen sollte in den nächsten Wochen großzügig gefüttert werden.
Es ist jetzt an der Zeit, Eiablageplätze in Form von Schlupfkästen anzubieten. Diese können mit feuchtem Moos oder Vermuculite gefüllt sein - kontrolliert, eine Temperatur von ca. 30°C haben.
3 - 6 Wochen später beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Nach der Ablage verkleben die dann noch feuchten Eier miteinander. Sie werden vom Weibchen umschlungen und bebrütet.

Die Eier sollten nun in einen Brutkasten mit 30 - 31°C überführt werden.
Eine Luftfeuchte von 80% sollte man einhalten.
Um zu prüfen, ob die Eier befruchtet sind, kann man sie mit einer Taschenlampe durchleuchten. In befruchteten Eiern erkennt man eine Aderstruktur.

Nach ca. 55 - 60 Tagen schlüpfen die Jungen, die je nach Gattung eine Größe von 8 - 16 cm haben. Die Jungen bringt man besser einzeln in kleinen Behältnissen unter, bei einer Temperatur von ca. 28°C (Tag und Nacht) und einer Luftfeuchte von 90 - 100%. Ein Wassergefäß darf nicht fehlen. Nach ca. 10 - 14 Tagen häuten sich die kleinen Schlangen das erste Mal.
Nun kann damit begonnen werden, die Jungen an Nahrung heranzuführen. Dies ist oft nicht ganz so einfach und kann einige Wochen hinziehen, bis die Tiere selbstständig fressen.


Für diesen umfassenden Bericht danke ich Carsten ganz herzlich.

Noch mehr über diese Schlangen gibt es auf Carstens Homepage (Bitte Banner anklicken)


 

© Carsten Sicars 02/2007

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