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Pituophis m. sayi - Bullennatter


Bullennatter Bullennattern werden in zwei Arten unterteilt: Pituophis deppi (Mexikanische Bullennatter) und Pituophis melanoleucus (Kiefern- und Bullennatter) mit 10 bekannten Unterarten.  P. melanoleucus stammen aus den USA. Sie kommen dort in fast jedem Staat vor. Es sind sehr muskulöse, kräftige, aber schlanke Nattern, die Längen von über 200 cm erreichen. Sie haben sich, je nach Art, an ihr Habitat angepasst und kommen somit in den verschiedensten Biotopen vor, außer in feuchten Regionen.
Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden. Die Weibchen sind in der Regel größer als die Mannchen. Die Männchen haben längere Schwänze und einen verdickten Schwanzansatz. Die Augen sind dunkel und relativ groß. Die Zeichnungen variieren je nach Art/Unterart.
Unser P.m. sayi - Männchen

Pituophis melanoleucus unterteilt sich in folgende Unterarten:

Bullennattern sind tagaktiv und leben überwiegend am Boden. Sie klettern nur selten an Büschen und niedrigen Bäumen. Sie jagen Kleinsäuger, Vögel und deren Eier, Kröten und Insekten. Die Beute wird fest gegen einen Stein oder Ast gedrückt, bis sie erstickt ist. Wie viele amerikanische Schlangen, hat auch die Bullennatter ein ausgeprägtes Abwehr- und Drohverhalten, in dem durch Schwanzrasseln eine Klapperschlange imitiert wird. - Bullennattern aus den südlichen Regionen halten keine Winterruhe ein. Die nördlichen Arten hingegen ziehen sich ca. 6 Monate zurück. Sie suchen dann die Gänge an Felsspalten oder Baumwurzeln auf, die mehrere Meter tief in die Erde reichen. Diese so genannten Schlangengruben werden von vielen unterschiedlichen Schlangen aufgesucht. - Nach den Wintermonaten findet die Paarungszeit statt. Die Männchen liefern sich dann heftige Kommentkämpfe. 

Bullennattern lassen sich gut im Terrarium pflegen, allerdings immer nur paarweise. Das Becken solle eine Mindestgröße von 160x80x80 cm (LxBxH) haben,  größer wäre besser. Da die Bullennattern sich zum Ruhen in unterirdische Bauten zurückziehen, baut man entweder einen Schlupfkasten unter das Terrarium oder man zieht eine zweite Ebene ins Becken ein, auf die das Substrat aus Sand-Lehm-Gemisch und Lauberde etwa 10cm hoch aufgefüllt wird (wir haben ein Gemisch aus Terrarienerde, Sand und Rindenmulch verwendet, auch das wurde gut angenommen). Ein Wassergefäß ist wichtig.  Als Versteckplätze eignen sich große Wurzeln oder Korkröhren. Pflanzen kann man einsetzen, sie werden von den adulten Schlangen allerdings immer wieder zerdrückt und müssen ersetzt werden. 
Als Heizung eignen sich HQL-Lampen und Spot-Lampen. Das Becken muß Temperaturen von 25-28°C haben. Ein Warmbereich mit einer Bodentemperatur von ca. 30°C wird gern angenommen. 
Zur Beleuchtung verwendet man ebenfalls HQL-Lampen und Tageslicht-Leuchtstoffröhren. Die Beleuchtungsdauer beträgt 12 Stunden, im Winter etwas weniger (wir hatten über Winter 8 Stunden).
Der Bedarf an Luftfeuchtigkeit liegt bei 50-60%. Das entspricht dem Durchschnittswert bei uns und somit muß man sich um die Luftfeuchte nicht weiter kümmern.
Das Futter besteht aus Mäusen und Ratten. Küken kann man ebenfalls verfüttern, wir haben es nie getan, da der Kot dann extrem dünn und übel riechend ist.
Zucht: Die Bullennattern sind mit drei Jahren geschlechtsreif. Die Paarung erfolgt nach der Winterruhe. Nach ca. 8 Wochen Tragzeit legen die Weibchen bis zu 20 Eier ab. Inkubiert wird bei 24-28°C, die Jungschlangen schlüpfen nach 50-75 Tagen. 

Bullennattern sind sehr umgängliche Pfleglinge, die es allerdings äußerst empfindlich auf Veränderungen der Umgebung reagieren können. Sollte man die Tiere umsetzen müssen, sollte man die Tiere übergangsweise in kleine, dunkel gehaltene Becken setzen. Bei unseren Nattern konnten wir beobachten, dass sie auf plötzlichen Lärm mit Aufregung (Stress) reagieren. Es dürfte also angebracht sein, das Terrarium nicht in bewohnten Räumen sondern in separaten Terrarienzimmern aufzustellen. - Ansonsten sind diese Tiere ausgezeichnet zu halten!

 

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© R.Kohlmeyer 07/2004

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