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Baumpython - Chondropython viridis

Morelia viridis, offizielle Bezeichnung seit 1984 


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Festl-weib

Die zur Zeit geltende Zuordnung zur Gruppe Morelia ist unter den Wissenschaftlern umstritten. Da sich die Bezeichnung Chondropython über viele Jahrzehnte eingebürgert hat, werden hier beide Bezeichnungen genannt.

Der Grüne Baumpython zählt mit einer Größe von 140 bis 180 cm zu den kleinen Pythons. Er ist in Neuguinea, auf den Salomonen, den Aru- und Schouten-Inseln und im Norden Australiens beheimatet. Hier bewohnt er die Bäume im tropischen Nebel- und Bergwald. Er hat einen schlanken Körper, einen dünnen Hals und einen deutlich abgesetzten Kopf. Der Baumpython verfügt über einen Greifschwanz, der ihm das Klettern durch das Geäst ermöglicht. Ferner besitzt er lange Vorderzähne, mit denen er Vögel fangen und festhalten kann. 
Die Farbe dieser Schlangen ist grün, bei manchen Unterarten bis ins blau-violette. Auf dem Rücken können weiße bis gelbe Punkte ausgebildet sein. Die Jungtiere sind gelb, rostbraun oder rot gefärbt.

Dieser Python ist nur sehr selten am Boden zu finden. Sogar Paarung und Eiablage finden auf den Bäumen statt. Baumpythons ruhen tagsüber zusammengerollt über einem waagerechten Ast hängend, wie auf dem linken Foto. Durch ihre Färbung sind sie im dichten Blätterwerk gut getarnt.

Weibchen der Festlandform
(Foto: Daniel Sickmann)

Nachts streifen sie umher, um Beute zu erjagen. Die Nahrung besteht aus Vögeln, Kleinsäugern und Fröschen.
Paarung Die Terrarienhaltung ist nicht einfach und sollte dem erfahrenen Halter überlassen bleiben. Das Terrarium muß etwa 100x70cm Grundfläche aufweisen, bei einer Höhe von 130 cm. Als Substrat verwendet man eine Schicht aus ca. 20cm Lauberde oder Repti-Bark. Ein Wasserbecken muß angeboten werden. Eingerichtet wird das Terrarium mit senkrechten und waagerechten Ästen in unterschiedlichen Dicken, damit sich das Tier immer den passenden Ruheplatz auswählen kann. Die Seiten- und Rückwände werden bei den meisten Halten mit Korkplatten versehen. Sie isolieren und schimmeln nicht und sind somit dem feuchten Terrarienklima sehr dienlich. - Ferner ist bei den Terrarien auf eine sehr gute Belüftung zu achten, Zugluft darf allerdings nicht entstehen. 
Eine dichte Bepflanzung ist wichtig, damit sich der Chondro zurückziehen kann. Hierzu verwendet man am besten Rankpflanzen (Epipremmum aureum, Scindapsus-Arten, Philodendron-Arten, Ficus, große Bromelien u.ä.). Gut wäre es, erreicht man einen Sichtschutz durch die Pflanzen auch von den Ruheästen zum Boden. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die dichte Bepflanzung ist die Wasseraufnahme des Pythons, der selten aus einem Gefäß trinkt. Er nimmt sein Trinkwasser direkt vom Sprühwasser auf den Blättern auf. 
Die Luftfeuchtigkeit muß tagsüber soll 65-75% betragen, nachts 90-95%. Damit die Werte am Tag sinken könne, ist eine sehr gute Belüftung wichtig. Gegen Abend setzt man einen Nebler ein und anschließend sorgt eine Beregnungsanlage für eine warme (!) Dusche. 
Sorongbock
Chondros bei der Paarung
(Foto: Daniel Sickmann)

Ein schönes Sorong-Männchen
(Foto: Daniel Sickmann)

Die Heizung erfolgt mittels Strahlern. Die Tageswerte müssen bei 28-30°C liegen, nachts ist ein Abkühlung auf 22-24°C im Sommer und 18-20°C im Winter, nötig. Das erreicht man durch HQL-Lampen ab 125W oder Spotstrahler. Das Wasserbecken beheizt man am besten mittels einer unterlegten Heizmatte oder Heizkabel (unbedingt die Herstellerangaben beachten). 

Zur Beleuchtung eignen sich HQI- und/oder Tageslicht-Lampen oder 4-5 Leuchtstoffröhren. Für die Pflanzen wird zusätzlich eine Sylvana Gro-Lux-Lampe benötigt. - Das Licht wird im Sommer für 12-14 Stunden eingeschaltet, im Winter 8-10 Stunden.

Das Futter besteht aus Mäusen, jungen Ratten und Küken. Manche Halter geben von Zeit zu Zeit auch einmal ein Ei. Man sollte bei jeder 3. Fütterung Vitaminzusätze geben.

Paarung und Zucht: Chondropythons lassen sich in Gefangenschaft heutzutage schon gut züchten. Mit einer Länge von 110-120 cm (2-3 Jahre) sind die Schlangen geschlechtsreif. Spätestens jetzt müssen die Tiere nach Paaren getrennt werden. Männchen sind untereinander sehr unverträglich und bei evtl. Kommentkämpfen kommt es zu schweren Verletzungen und häufig zum Tod des Rivalen. Die Verpaarung selbst dauert häufig mehrere Stunden. Nach 2-4 Monaten Trächtigkeit legt das Weibchen ihr Gelege ab. Einige Wochen vorher beginnt das Weibchen zu fasten. - Findet sie keinen geeigneten Brutplatz, wird sie das Gelege übertragen (Gesundheitsschäden!). 
Die Gelege bestehen aus bis zu 30 Eiern. Bevorzugte Brutplätze sind hohle Baumstämme (große Korkröhren), aber auch Brutkästen werden angenommen (Kasten mit Moos oder Sand-Torf-Gemisch füllen und fest im Geäst anbringen). Das Weibchen legt sich auf das Gelege und bebrütet es. Durch Körperkontraktionen führt sie dem Gelege ständig genügend frische Luft zu.
Mit etwas Erfahrung kann man das Gelege auch aus dem Terrarium entfernen und im Inkubator ausbrüten. 
Nach ca. 60 Tagen (das kann nach oben und unten variieren) schlüpfen die kleinen Pythons. Sie haben eine Länge von 30-35 cm und ein Gewicht von etwa 8g. Nach zwei Wochen erfolgt die erste Häutung und dann die erste Nahrungsaufnahme (kleine Babymäuse). Oftmals fressen die kleinen Chondros zu Anfang nicht allein und man muß sie behutsam an das Fressen gewöhnen. Haben sie es aber erst einmal gelernt, sind sie in der Regel gute Fresser. - Die Jungen werden einzeln, in kleinen Becken mit unterschiedlich dicken, waagerecht eingesetzten Ästen, aufgezogen.

Nach einer erfolgreichen Paarung und glücklicher Inkubation kommt dann so etwas Nettes auf die Welt:

chondrobaby 1

chondrobaby 1

chondrobaby 2

Diese Chondros (Sorong) sind hier vier Monate alt

 

chondro chondro2

Auch bei schlechter Ausleuchtung der Fotos sieht man, daß die Tiere wachsen und mit ihnen werden auch die Futtertiere etwas größer.

 

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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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