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Gefleckter Python - Liasis childreni

Haltungsbericht von Timo Schaser (1999)


Familie: Boidae (Riesenschlangen)
Unterfamilie: Pythoninae (Pythonschlangen)
Gattung: Liasis (Australischer Felsenpython)
Herkunft: Australien: mit Ausnahme des Südens, der Inseln der Torques-Straße zwischen Kap York und Neuginea
Lebensraum: Regenwald bis Wüste (jeder Lebensraum)
Größe: 100 - 130 cm, max. bis 160 cm

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Auszüge aus einem Bericht von Raymond T.Hoser, Australien, 09/1981:

Liasis ist eine Gattung, die in Australien, Neuguinea und Teilen von Indonesien gefunden wird. Diese Pythonschlangen haben Schuppen auf dem "premaxilla" Kopf, der von großen symmetrischen Schildern auch über einigen der Labialgruben bedeckt wird. Ihre Körper sind ungefähr zylindrisch. Diese ovipare Gattung bewohnt alle verfügbaren irdischen Standorte, außer sehr kalten Orten.

Die Übersetzung "Kinderschlange" ist häufig zu lesen, aber falsch, Der Zusatz 'childreni' soll den Zoologen Mr. Children des Britischen Museums ehren, der dort im 19. Jahrhundert tätig war.

Der Python ist eine mäßig schwer gebaute Schlange mit variabler Farbe. Typisch sind die hellbraunen, mit einem unregelmäßigen Muster dunklerer, brauner Flecke durchgehenden Streifen entlang des Rückens, wie ein ungleichmäßiges Zackenband. Der Kopf ist auch meist hellbraun, oft mit kleinen dunkleren Flecken versehen. Ein dunkler Streifen durchzieht meist jedes Auge. Die Bauchoberfläche ist weiß. Die Hautoberfläche ist glatt mit 37-49 mittleren Schuppenreihen, 255-300 vertikalen, und 30-45 horizontalen Reihen, mit gewöhnlich einigen versetzen Schuppenreihen. Die Länge dieser Schlangen reicht von ca. 85cm bis zu fast 2 Metern. Die Morphologie (insbesondere die des Kopfes) dieser Arten ist geographisch hoch variabel und diese Eigenschaft hat einige Leute dazu bewegt, Liasis childreni in mehrere Unterarten zu unterteilen, obwohl einige morphologische Unterschiede zeigen, daß es unwahrscheinlich ist, daß diese Unterteilungen Bestand haben.

lias3Gewohnheiten:

Childreni-Pythonschlangen werden an vielen Standorten einschließlich der trockensten Wüsten, tropischer Regenwälder und Bergwäldern im südöstlichen Queensland und N.S.W. gefunden. Einige davon in sogar im Winter von Schnee bedeckten Gebieten.(z.B. Bingara, N.S.W.). Gewöhnlich sind Childreni-Pythonschlangen in felsigen Gebieten anzutreffen, obwohl massive Besiedelungsdichten dieser Pythonschlange in Gebieten ohne Felsen, wie z.B. entlang von Wasserläufen, in einigen trockenen Gebieten und im "Ameisehügel-Land" gefunden werden. Childreni-Pythonschlangen werden auch oft Felsen-Pythonschlange genannt. Childreni-Pythonschlangen sind vorwiegend nachtaktiv. Dies beruht aber wohl hauptsächtlich auf den hohen Tagestemperaturen die in den meisten ihrer Verbreitungsgebiete herrschen. Obwohl dieses Verhalten auch in einigen kühleren Gebieten wie z.B. Teilen vom südöstlichen Queensland gefunden werden. Anders als viele Pythonschlangen ruhen die Childreni-Pythonschlangen fast nie in der offenen Landschaft sondern immer beschützt in oder unter einer Felsspalte, Stein oder abgestorbenem Baum, usw.

Die Ernährung dieser Arten wechselt gemäß ihrer Lebensräume ab. Sie umfaßt soweohl warmblütige sowie auch kaltblütige Futtertiere. Kannibalismus ist bei diesen Arten unbekannt. Pythonschlangen legen im Durchschnitt 10-12 Eiern jährlich im November. Frisch geschlüpfte Junge messen ca. 30 cm in der Länge. Die Geschlechtsreife setzt mit zwei bis drei Jahren ein.
Wegen ihrer Größe können Childreni-Pythons in Terrarien mäßiger Größe gehalten werden. Das Wichtigste in der Gefangenschaft ist eine ausreichende Temperatur (über 22 Grad Celsius).
Wegen des Leichtigkeit der Zucht dieser Arten ist diese Pythonschlange in den U.S.A. und Europa sehr beliebt. Die Nachfrage wird damit künstlich erhöht und die Wildfänge nehmen somit sehr stark zu.

 

 

Eigene Erfahrungen:

Im Juli 99 habe ich auf einer Terrarienbörse zwei dieser Tiere im Alter von 4 Monaten bei einem Züchter erworben. Da ich die Tiere jetzt erst 4 Monate habe sind meine eigenen Erfahrungen noch recht dürftig, aber ausbaufähig.

Ich halte die Tiere getrennt in zwei kleinen Terrarien, da es bei Jungtieren wohl schon öfter zu Kannibalismus kam. Die Einrichtung ist einfach und praktisch gehalten. Als Bodengrund verwende ich ein Blatt von der Küchenrolle, als Versteck einen umgedrehten Blumentopf. Man sollte bei Blumentöpfen aufpassen, daß das Loch an der Unterseite auch noch groß genug ist für die Schlange, wenn sie gefressen hat. Sonst können die Tiere stecken bleiben und sich verletzten. - Zur weiteren Einrichtung gehört eine Wasserschale.

Unter den Terrarien liegt bis zur Hälfte eine Heizmatte. Als Beleuchtung habe ich eine Halogenlampe über den Becken aufgestellt. Das Licht ist über eine Zeitschaltuhr auf 12 Stunden begrenzt, die Heizmatte bleibt während der Nacht in Betrieb.

Laut dem Züchter sollte man bei Liasis childreni nicht sprühen, da die Schlange sonst angeblich irgendeinen Pilz bekommt.

Das kann ich so nicht nachvollziehen. Ich habe aber bemerkt, daß bei einem zu trockenen Terrarium die Schlange Häutungsprobleme bekommt, die man aber mit einem 30min Bad in lauwarmem Wasser in den Griff bekommt.

Die Schlangen sind nachtaktiv. Nachdem sich das Licht ausschaltet, stecken sie die Köpfe aus ihren Blumentöpfen und züngeln aufgeregt.

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Ich habe die Schlangen zu Anfang alle drei Tage mit einer lebenden Babymaus gefüttert. Es hat keine 5 Minuten gedauert bis sich die Schlange um die Maus geschlungen hatte. Meine beiden sind sehr gute Fresser, die bis jetzt noch keine Maus verschmähten. Eine der beiden Schlangen hatte sogar kurz vor der Häutung eine Maus gefressen und hatte dann arge Probleme bei der selbigen.
Als mir einmal die lebenden Babymäuse ausgegangen waren, versuchte ich es mit eingefrorenen, die als sie aufgetaut waren auch anstandslos genommen wurden.

Liasis childreni steht in dem Ruf, bissig zu sein. Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht liegt es daran, das ich meine Tiere immer mit dem nötigen Respekt behandle oder ich hatte einfach nur Glück. Bis jetzt hat eine mich nur ein einziges mal gebissen, und daß am Kauftag, wo die Tiere sowieso einer Menge Stress ausgesetzt waren.

 

© Timo Schaser 1999/2000

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