Königsnattern - Lampropeltis (ArtenArten)
Name (griechisch): lampros = glänzend/leuchtend, pelta = Schild


lampropeltis Lampropeltis gehören zur Familie der Colubridae (Nattern). Sie wurden im Jahre 1766 zum ersten mal wissenschaftlich dokumentiert. Man hat in den USA fossile Funde von Lampropeltis entdeckt, die 14 Millionen Jahre alt sein sollen (nach Thissen/Hansen).

Die Lampropeltis werden derzeit in acht Arten unterteilt: L. alterna, L. calligaster, L. getula,  L. mexicana, L. pyromelana, L. ruthveni, L. triangulum und L. zonata (diese Einteilung ist nicht endgültig, die Systematiker arbeiten ständig daran). 

Die Königsnattern leben in weiten Gebieten Nord- und Zentralamerikas. Sie bewohnen trockene und feuchte Gebiete, je nach Art. Die Größen sind sehr unterschiedlich, von etwas über 30cm bis zu 2m Länge. Alle Lampropeltis sind Würgeschlangen. Einige der Arten jagen und fressen andere Schlangen, auch Giftschlangen, die übrigen ernähren sich von Echsen und Kleinsäugern.
Die Färbung ist recht unterschiedlich, aber die meisten Arten sind quer gebändert. Die Farben sind rot, schwarz, weiß, gelb orange oder braun und grau. Viele der Königsnattern lassen sich gut im Terrarium halten und sind durch ihre Farbenpracht in der Terraristik sehr beliebt.
Lampropeltis

Die bei uns gebräuchliche Bezeichnung Königsnatter wurde aus dem Amerikanischen Kingsnake übersetzt. Häufig wird vereinfachend bei uns auch von Lampropelten gesprochen.
Die Triangulum-Arten werden in Amerika als Milk Snakes (Milchschlangen) bezeichnet. Diesen Namen gaben die Farmer den Schlangen. Sie glaubten, wenn der Milchertrag ihrer Kühe zurückging, hätten die Schlangen, die sich zur Mäusejagd in den Ställen aufhielten, den Kühen die Milch abgesaugt. Der Name Milchschlange ist auch bei uns gebräuchlich.
Die Arten L. pyromelana und L. zonota werden in Amerika mit Mountain-Kingsnake (Bergkönigsnatter) benannt, weil sie überwiegend in höheren Lagen vorkommen. L. g. splendida zählt als Desert Kingsnake (Wüstenkönigsnatter) und L. g. nigra als Black Kingsnake (Schwarze Königsnatter).

Haltung: viele der Arten lassen sich auch gut im Terrarium pflegen. Fast alle Königsnattern sind ruhig und umgänglich. 
Die Terrariengröße und Ausstattung muß auf die jeweilige Schlangenart abgestimmt werden. Für 2-4 mittelgroße Königsnattern rechnet man 100x50x50 cm LBH, jedoch sollte sich zu jeder Art genau über den Platzbedarf erkundigen. Bevor das Becken eingerichtet wird, macht man sich Gedanken über die Art der Haltung. Will man ein steriles Terrarium, reichen Einstreu, Unterschlupf und Wasserbehälter aus, ggf. eine Klettermöglichkeit. Möchte man hingegen ein Biotop nachgestalten, muß man Genaueres über das Heimatgebiet der Schlangen wissen. Für die meisten Arten liegen die Temperaturen in Bereichen zwischen 24 und 28°C, nachts bei 16-18°C. Ob lokale Wärme benötigt wird, hängt wiederum von der jeweiligen Art ab. Unterschlupfmöglichkeiten sollten für jedes einzelne Tier angeboten werden. Hierzu verwendet man Wurzel, Stein, Korkröhren und -stücke, die gleichzeitig der Dekoration dienen. 
Die Beleuchtungsdauer liegt im Sommer bei 12-14 Stunden, im Winter um 8 Stunden. Für Nattern aus Feuchtgebieten muß ein Wasserteil vorhanden sein, den man mittels Aquarienfilter sauber halten kann. Robuste Pflanzen, die dem Herkunftsgebiet entsprechen sollten, vervollkommnen ein schönes Lampropelten-Terrarium. - Trinkwasser wird täglich frisch angeboten.
Hält man mehrere Tiere in einem Terrarium, ist es ratsam, sie zum Füttern separat einzeln zu setzen. Es kann sonst durch Futterneid zu Unfällen kommen. Die Futtertiere dürfen nicht zu groß sein. Bei Schlangen geht man von einer Faustregel der Futtertiergröße aus: max. darf das Futtertier das dreifache an Größe haben, wie die dickste Stelle des Schlangenkörpers. Bei Lampropelten ist die Regel: maximal die doppelte Kopfbreite, lieber kleiner. Füttert man zu großes Futter, kommt es zum Erbrechen, was wieder mit hohem Flüssigkeitsverlust der Schlange zu tun hat und dem Tier somit sehr schadet.
Je nach Herkunft benötigen Lampropelten eine Winterruhe von 3-5 Monaten. Dazu regelt man die Beleuchtung und Heizung schrittweise auf acht Stunden herab. Die Fütterung wird allmählich eingestellt, die meisten Schlangen nehmen von sich aus dann keine Nahrung mehr zu sich. Die Überwinterungstemperaturen sind wieder etwas unterschiedlich, liegen meistens zwischen 12 und 15°C. Während der Ruhephase muß Trinkwasser zur Verfügung stehen. In Abständen von etwa 1 Woche sieht man vorsichtig in den Behälter und prüft, ob alles in Ordnung ist. Dabei darf man die Tiere aber nicht stören. Am Ende werden Heizung und Beleuchtung wieder schrittweise eingeschaltet. Sobald die Tiere wieder normal fressen, kann man sie zur Paarung zusammensetzen. Ist die Paarung erfolgreich, legt das Weibchen etwa 30 Tage später ihr Gelege ab. Das Gelege wird in einen Inkubator überführt und bei 26-28°C inkubiert. Die Inkubationszeit beträgt bei den meisten Arten 60-70 Tage. Dann schlüpfen die Jungschlangen, die man getrennt aufziehen sollte.

Aufgrund der Artenvielfalt können hier nicht alle Arten angesprochen werden. Das Hauptaugenmerk soll auf den Lampropeltis liegen, die wir selbst halten. Evtl. folgen später auch einige andere Arten, die nicht in unserem Bestand leben.

Lampropeltis getula Gewöhnliche Königsnatter  
Lampropeltis getula floridana Florida-Königsnatter
L.m.mexicana Lampropeltis mexicana mexicana Mexiko-Königsnatter
Lampropeltis ruthveni Ruthven's Königsnatter  
L. triangulum Lampropeltis triangulum Milchschlange
Lampropeltis triangulum sinaloae Sinaloa Milchschlange
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© Renate Kohlmeyer 2000 - 2004

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