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Meerschweinchen (Cavia apera) und Degus


Eines zu Beginn: Hier geht es um Nager - Haltung und Zucht

Ob diese Nager dann als Liebhabertiere oder als Futtertiere Verwendung finden,
bleibt jedem selbst überlassen.

 

Degus - 

Homepage von Sabine Gehrsitz
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Meerschweinchen (Caviidae) sind auf fast dem gesamten südamerikanischen Kontinent zu Hause. Alle Meerschweinchen besitzen 4 vordere und nur 3 hintere Zehen. Ihre Zähne, auch die Backenzähne, wachsen zeitlebens nach. Der Kopf ist relativ groß, die Beine, Ohren und Schwanz dagegen nur kurz.
Die Arten der Gattung 'Cavia' sind die eigentlichen Meerschweinchen, von denen die 'Aperea' (Cavia aperea) die weiteste Verbreitung von Guyana bis nach Argentinien hat. Das Tschudi-Meerschweinchen (Cavia apera tschudii), eine Unterart der Aperea, gilt als Stammvater unseres Hausmeerschweinchens.

Alle wildlebenden Meerschweinchen sind nachtaktiv   und leben in selbstgegrabenen Bauen. Die Weibchen besitzen zwei Zitzen, die sich die Jungen problemlos teilen. Die Jungtiere werden nach 60-70 Tagen Trächtigkeit fast vollständig entwickelt geboren. 
Die Hausmeerschweinchen wurden bereits vor langer Zeit von den Indios domestiziert. Sie wurden als wichtige Fleischlieferanten bei und in den Hütten gehalten.  - Der Name Meerschweinchen kommt daher, daß die Tiere über das Wasser nach Europa gebracht wurden und laut quieken konnten.

Hausmeerschweinchen sind wichtige Labortiere und Spielgefährten für Kinder. Aber auch immer mehr Erwachsene lieben diese Kerlchen und haben sich der Zucht diverser Farbformen und Haartrachten verschrieben.

Haltung: Man kann die Meerschweinchen sowohl im Freigehege wie auch im Käfig in der Wohnung halten.

Eine Haltung im Freien muß sehr gut geplant sein. Das Gehege darf weder feucht noch in ständiger Zugluft (Wind) angelegt werden. Auch muß es ausbruchssicher sein, das heißt, die Umzäunung muß ca. 80cm tief in den Erdboden reichen. Auch wenn die Hausmeerschweinchen nicht mehr sehr stark graben, muß man doch verhindern, daß sie sich u.U. in die Freiheit wühlen. Eine Abdeckung des Geheges mit Maschendraht bietet sich an als Schutz vor Katzen und Greifvögeln. Die Größe des Geheges richtet sich nach der Anzahl der Tiere, die man halten möchte. Um Streitereien entgegen zu wirken, sollte man das Gehege so groß wie möglich planen. 

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Im Gehege selbst muß Schattenplatz vorhanden sein, ein oder mehrere Schlafhäuschen sind aufzustellen. Will man die Tiere auch während der kalten Jahreszeit im Freien lassen, müssen die Häuschen gut isoliert sein und möglichst nicht direkt auf dem Erdboden stehen. Ein Wassernapf und ein oder mehrere Futternäpfe, die täglich gereinigt und frisch befüllt werden, sind selbstverständlich.

 

Stefan Die Haltung in der Wohnung ist weniger aufwendig, benötigt aber ein gewisses Maß an Platz. Zunächst muß ein guter Platz für den Käfig gefunden werden. Der Aufstellort darf nicht zugig und/oder feucht sein, also weder Badezimmer noch Küche sind geeignet. Der Käfig darf nicht zu klein sein: mit 100cm Länge für 2-3 Tiere hat man das Mindestmaß erfüllt. Die Meerschweinchen benötigen eine dicke Einstreu aus Kleintierstreu. Mindestens ein Schafhaus muß vorhanden sein. Eine Heuraufe ist eine praktische Einrichtung, die das Raufutter stets sauber und trocken hält. Gut bewährt hat es sich, zum Krallenabwetzen einen großen Stein oder einen gut gereinigten Ziegel in den Käfig zu legen. Die Verwendung eines Wassernapfes kann ich nicht empfehlen, da dieser ständig verschmutzt wird. Eine Tränkflasche ist für Meerschweinchen optimal. 

Der Futternapf sollte nicht zu klein gewählt werden. Er muß stabil sein und gut stehen, da die Tiere sich gern darauf abstützen. Ich verwende bei meinen Meerschweinchen ausschließlich große Keramiknäpfe aus der Hunde- oder Terraristikabteilung der Zoohandlungen.

Futter: Die Meerschweinchen sind gut versorgt mit dem speziellen Meerschweinchenfutter, daß man in jedem guten Fachgeschäft kaufen kann. Als Zusatz muß immer Heu angeboten werden. An Grünfutter kann man - außer allen Kohlsorten (führt zu Blähungen und u.U. zum Tode) - alles ausprobieren. Gern gefressen wird auch Fenchel...

Im Sommer bietet es sich natürlich an, frischen Löwenzahn zu füttern, sofern man die Möglichkeit hat, diesen von unvergifteten Wiesen zu pflücken (keine Straßennähe, keine Nähe von gedüngten oder gespritzten Feldern).
Wasser wird, wie bereits erwähnt, in Tränkflaschen angeboten und sollte täglich gewechselt werden.
Ein Leckstein für Salz und Mineralstoffe wird von den meisten Meerschweinchen angenommen. Im Winter ist eine zusätzliche Gabe von Vitaminpräparaten günstig, da Meerschweinchen, wie Affen, nicht in der Lage sind, das lebenswichtige Vitamin C selbst zu produzieren.
Harry + Stefan

 

Zucht: Meerschweinchen werden sich bei paarweiser Haltung zwangsläufig eines Tages fortpflanzen. Die Tragzeit liegt zwischen 60 und 73 Tagen. Die 1-6 Jungen kommen vollständig entwickelt auf die Welt. Das heißt, sie sind von ersten Lebenstag an fähig, feste Nahrung aufzunehmen. Zähne, Augen und Ohren sind fertig entwickelt, auch das Fell ist komplett. Daher ist es nicht tragisch, daß die Mutter nur zwei Zitzen besitzt. Sie säugt auch bei größeren Würfen jeweils zwei ihrer Kinder. Die Jungen, die nicht trinken können, warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. die Säugezeit liegt meist bei zwei Wochen. Die Kleinen bleiben aber etwa sechs Wochen bei der Mutter. erst dann werden sie, nach Geschlechtern getrennt, abgesetzt.

 

 

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