Nagerseite



Eines zu Beginn: Hier geht es um Nager - Haltung und Zucht

Ob diese Nager dann als Liebhabertiere oder als Futtertiere Verwendung finden,
bleibt jedem selbst überlassen.


Zum Artenteil

Allgemeine Einführung

Die Idee zur Zucht
Wo kaufe ich Nagetiere?
Worauf achte ich beim Kauf?
Lohnt sich eine eigene Zucht?
Wie baue ich eine Zucht auf?


Wie kommt man auf die Idee . . .

. . . Nager als Futtertiere zu züchten? Die Tierchen sind doch so niedlich ... die kann man doch nicht verfüttern !? Diese Sätze höre ich immer wieder und stimme teilweise ja auch zu. Die Tiere sind niedlich, da gibt's nichts. Und doch kann man sie auch zum Verfüttern züchten. Wieso? Ganz einfach: man muß sich mit den Tieren beschäftigen, die Nager in ihrer Nahrungskette ganz oben stehen haben (und unsere Nager dann eines Tages verputzen).

Was ist majestätischer als eine Schlange, die gemütlich auf ihrem Lieblingsplatz ruhend, den Tag verstreichen läßt? Was ist interessanter als Echsen zu beobachten, die noch ein Stück Urzeit in unsere technisch-digitale Welt bringen? Wenn man das Leben und Verhalten dieser Tiere etwas erkundet hat, überträgt sich die Faszination die sie ausstrahlen, ganz zwangsläufig auf den Betrachter.
Die Natur funktioniert nur durch den Kreislauf: Fressen und gefressen werden. So ist es und so soll es noch sehr lange (möglichst für immer) bleiben. Dazu gehört nun eben auch, daß Schlangen und Echsen den Nagerbestand in Grenzen halten. Unsere Terrarienbewohner haben nicht die Möglichkeit, in der Natur ihr Futter zu finden. Deshalb ist es unsere Pflicht, sie mit dem zu versorgen, was sie benötigen.
Es wäre aber nicht ratsam, nun die Mäuse in Nachbars Scheunen einzufangen und an die Reptilien zu füttern. Diese Mäuse und Ratten sind garantiert voller Milben und sonstigem Ungeziefer und beherbergen auch Keime und Bakterien, die für die Reptilien gefährlich sein könnten. Also bleibt uns nur eines: Futtertiere kaufen oder selber züchten.

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Wo kaufe ich Nager und Futtertiere - und welche?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an Nager und Futtertiere zu kommen. Natürlich, sonst wäre es ja einfach ... Es stellen sich vor der Anschaffung immer zuerst diese Fragen:
Was möchte ich halten? Es gibt viele Nagetiere, auch einige, die für Kinder gut geeignet sind. Aber es gibt auch Nager, die (nur) zum Anschauen geeignet sind. Und es gibt Nager, die eigentlich optimal zum Verfüttern an Reptilien geeignet sind.
Wie sind die Ansprüche des Tieres? Welchen Käfig benötigt es - und wo soll er stehen? Habe ich den Platz und bin ich bereit, Schmutz in Kauf zu nehmen? Wie wird es ernährt? Will ich meine Kinder unterstützen, wenn sie das Tier bekommen sollen? Ist ein Tierarzt in der Nähe, der auch evtl. nachts ein Meerschweinchen behandelt?
Kann ich all das Tier versorgen und versorgen lassen, wenn ich krank bin oder in Urlaub fahre?
Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden? Gibt es in der Familie/im Haushalt jemanden mit Tierhaarallergie oder können sonstige Probleme auftreten?
Wie viel Platz brauche ich für die Haltung oder gar für eine Futtertierzucht? Wie viel Arbeit muß ich in die Haltung / Zucht investieren? Schaffe ich das?
Was ist mit der Umgebung? Was könnten der Vermieter, der Hausverwalter oder die Nachbarn sagen?
Wo bleibe ich mit Nachwuchs, wenn er sich einstellt und ich ihn nicht haben möchte / nicht halten kann (aus welchen Gründen auch immer)?
Wo denn nun, kaufe ich am besten meine Wunschtiere?

 

Auf all diese Fragen will ich versuchen, hier einzugehen. Patentrezepte weiß ich auch keine, aber meine Erfahrungen will ich hier 'mal aufschreiben.

Was möchte ich halten - das ist Geschmackssache. Ein Ausschnitt aus der Artenvielfalt wird im Artenteil vorgestellt. - Es kommt grundlegend auf den Zweck an, den ich verfolge. Manche Menschen 'sammeln' Tiere, zum Beispiel auch Nagetiere. Es ist ein immer wieder ein schöner Anblick, eine Galerie von Volieren mit den verschiedensten Hörnchen oder Käfige mit den verschiedenen Mäusearten zu betrachten. Besonders die Mäusefamilie reizt sehr, verschiedene Arten zu pflegen, um sie zu beobachten. - Und das ist der Punkt. Es sind Tiere zum Beobachten.
Sollen Kinder den Umgang mit Tieren lernen? Dann kommen keine exotischen Mäuse in Frage - logisch.
Will man eine Futtertierzucht aufbauen, bietet es sich auch nicht gerade an, mit Goldhamstern zu beginnen.
Also muß man sich dazu genau informieren. Am Nützlichsten ist es, man besucht ein gutes Zoofachgeschäft. Hier kann man sehen, wie die Tiere leben und gehalten werden. Man hat die Möglichkeit, sich genau zu erkundigen, was man unbedingt auch tun sollte! Das Pflegepersonal wird gern über die Lebensgewohnheiten und Ansprüche der Tiere erklären. Wichtig ist dabei, nicht nur nach Käfiggrößen zu fragen sondern sich auch welche zeigen zu lassen. Man wundert sich manchmal, wie lang plötzlich 100cm sind...
GANZ WICHTIG: besorge Dir ein Buch über die Tierart, die Dich interessiert! Ein einfaches kostengünstiges tut's da schon. Zu Hause in Ruhe gelesen, kannst Du schnell abschätzen, ob diese Art für Dich wirklich die Richtige ist. Eine evtl. Fehlinvestition in das Büchlein war dann nicht so tragisch. Wer allerdings bis hierher gelesen hat, kann ja auch einmal in den Artenteil schauen. Dort gibt es zu einigen Nagern Informationen zu Haltung, Pflege und Zucht.

Futtertierzuchten erfordern Platz. Je nachdem, welche Nager man züchten möchte benötigt man mehr oder weniger Raum. Das muß man vorher wissen, den Platz berechnen und die 'Umweltfrage' abwägen. Es darf kein Nachbar durch Gerüche belästigt werden. Ebenso ist es nicht zulässig, den Tierabfall über diverse Stockwerke hinweg zum Müllgefäß (evtl. dann auch noch die gemeinsame Bio-Tonne) zu transportieren, weil nicht auszuschließen ist, das etwas vom Streu 'verloren' geht.
Kleintierhaltung darf zwar heute in keinem Mietvertrag mehr ausgeklammert werden, aber das bezieht sich dann auf Haltung in 'normalem' Maße. Wer 2 Meerschweinchen in der Wohnung hält, wird keine Probleme bekommen. Wer allerdings dreißig Mäuse in Käfigen in einer 2-Zimmer-Wohnung hält, die ein einem 20-Familien-Wohnblock gelegen ist, muß dann dann unter Umständen schon mit Ärger rechnen. Am besten, man informiert sich vorher.

Wo kann ich mit unerwünschtem Nachwuchs hin? Dahin, wo ich die Tiere erworben habe. Im Klartext: kaufst Du (ohne es zu wissen) ein trächtiges Tier, wird Dir der Verkäufer den Nachwuchs in aller Regel auch abnehmen. In aller Regel ... was, wenn nicht? Frage im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Verwandtschaft und bei Schulkameraden der Kinder. Oft ist dort Interesse vorhanden. Ansonsten frage in anderen Zoofachhandlungen in den Kleintier- oder auch in den Terraristikabteilungen. Häufig wird einem dort geholfen. Nicht jeder mag seine Tiere an Terrarianer geben, aber es ist doch sinnvoller der Nachwuchs erfüllt einen Zweck, als das die Tierchen im Tierheim dahin vegetieren, weil sie niemand haben will. - Wer mag, kann, wie angesprochen, seinen Nachwuchs auch im Tierheim abgeben.

Und wo kauft man nun?

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Worauf ist beim Kauf zu achten?

Beim Tierkauf gibt es immer einiges zu beachten. Beim Kauf von Nagern sind dies folgende Punkte:

Futtertiere in nicht ganz einwandfreiem Zustand sind keine 'Vollwertkost' für die Reptilien. Man sollte dies durch die Gabe von entsprechenden Vitamin- / Mineralstoffpräparaten ausgleichen. Das erfolgt entweder durch Aufpäppeln mit bestem Futter (mehr dazu im Artenteil) oder durch direkte Injektion in das Futtertier unmittelbar vor dem Verfüttern.
Mache es Dir aber nicht zur Regel, minderwertige Futtertiere zu geben - nur um ein paar Mark zu sparen. Je besser das Futtertier, um so besser für den Verwehrter!
Grundsätzlich gilt: das Futtertier muß zahm sein! Ein bissiges oder aggressives Futtertier könnte der Schlange schwere Verletzungen zufügen, die sogar zum Tode der Schlange führen können.
Ebenfalls zu bedenken ist, daß es schlechte Würger unter den Schlangen gibt. Um dem Futtertier unnötige Qualen zu ersparen, sollte man -meiner Meinung nach- solchen Reptilien nur totes Futter anbieten.

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Wann lohnt sich die eigene Zucht?

Das liegt ganz einfach am jeweiligen Bedarf. Wer eine einzelne Natter pflegt, die alle 3-4 Wochen ein oder zwei Mäuse frißt, wäre schlecht beraten, eine Mäusezucht aufzubauen. Wer ein oder zwei Boas sein Eigen nennt, ist sicher ebenfalls besser mit dem Kauf des Futters bedient.

Sobald aber der Bedarf wächst, stellt sich die Überlegung zur eigenen Zucht eines Tages. Mäuse zu züchten ist einfach und hält sich kostenmäßig im Rahmen. Hamsterzucht lohnt in der Regel nie weil der Anspruch an Platz (Einzelhaltung) und speziellem Futter nicht den Nutzen bringt. Rattenzucht ist ein sehr kostspieliges Unterfangen und lohnt nur bei echtem Bedarf. Man merkt also schnell, daß ohne Interesse an den Nagern die eigene Zucht Kosten bringt, die sich evtl. nicht rechnen. Interesse bedeutet Freude an den Tieren.
Ebenfalls darf nicht unerwähnt bleiben, daß Nagerzucht Arbeit macht und nicht zum Nulltarif zu haben ist! Wenn ich Besuchern meine Boxen und Käfige zeige, die so ausgestattet sind wie bei dem 'Normalhalter', werde ich oft gefragt: "Muß das denn alles sein wenn ich nur Futtertiere haben will?" Ja, es muß sein - nur wenn es den Nagern gut geht, funktioniert die Zucht. Und nur wenn es den Nagern gut geht, geht es auch den Reptilien gut. Nur optimal gehaltene Futtertiere dienen als optimale Nahrung der Reptilien - hört sich hart an, aber es ist so!

 

Wie baue ich mir eine Zucht auf?

Das ist nicht schwer. Zunächst mache ich mir Gedanken, wie viel Futtertiere ich benötige. Dazu muß ich wissen, wann meine Tiere wie viel Futter erhalten müssen. Die Antwort habe ich schnell, weil ich den Futterbedarf meiner Tiere ja aus der Erfahrung weiß. - Weiter muß man wissen, wie lange es dauert, bis das Futtertier die entsprechende Größe erreicht hat. Wer dazu mehr wissen möchte, schaue bitte in den Artenteil. - Der nächste Punkt ist mein zur Verfügung stehendes Platzangebot für Käfige, Boxen, Futter, Streu und Zubehör.
Nach all diesen Kriterien richtet sich die Art und Größe der Futtertierzucht. Dazu spielt die Art der Tiere die ich züchten möchte, auch eine Rolle. So ist der Platzbedarf von Mäusen ein anderer als der von Meerschweinchen. Zu den Käfiggrößen und der Zucht im Speziellen gibt der Artenteil Antworten.

 

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© R. Kohlmeyer 1999 - 2007

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