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Lebendige Reptilien - Ausstellung in Kiel


(Ich weise darauf hin, daß alle Fotos dieser Seite nur mit Zustimmung der Tierbesitzer entstanden sind und nicht kopiert werden dürfen!
Ferner sind die Tierfotos per Mausklick vergrößert darzustellen)

Vom 13.-15. Oktober 2000 fand die Ausstellung der DGHT-Stadtgruppe Kiel statt. Ich widme dieser Ausstellung eine Seite, weil sie ganz sicher etwas Besonderes war. - Aufmerksam wurde ich erst durch den Tipp von Micha (www.agame.de). So fuhren mein Mann, unsere Tochter, unser Sohn und ich am Freitag nach Kiel. Die Erwartungen waren eher gering. Zu oft waren wir schon enttäuscht worden von irgendwelchen Ankündigungen.
Bereits an der Kasse wurden die Besucher nett begrüßt und für die Kinder stand dort eine Box mit giftgrünen Weingummifröschen bereit. Eine Einstimmung für die Kleinen? Nette Idee jedenfalls! Mit 3 DM Eintrittsgeld konnten wir auch leben, immerhin finanziert der Verein die ganze Sache aus eigener Tasche (der Mitglieder). Dann ging es los.

 

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Im ersten Raum erblickten wir zunächst schöne in weiß gehaltene Ausstellungsterrarien. Die weißen Elemente standen an den Außenseiten des Raumes, mit einem Abstand zu den Wänden. In der Mitte war dadurch genügend freier Raum für die Besucher. Wie wir später zu sehen bekamen, waren diese Terrarien alle von hinten zugänglich. Das gefiel uns gut, denn so hatte kein Besucher die Möglichkeit , ein Becken zu öffnen. Schildchen 'bitte nicht Anklopfen' fehlten auch nicht, was aber leider von einigen (erwachsenen) Besuchern wie üblich ignoriert wurde.
Diese schöne Indigonatter begrüßte die Besucher und verlockte so manchen, die Angst zu überwinden und sie denn doch einmal anzufassen.

Indigonatter (Drymarchon corais)

leogeck1 Die Leopardgeckos waren noch damit beschäftigt, ihr Terrarium zu erkunden. Aber wie man es von diesen netten Kerlchen kennt, siegte gleich die Neugier, wer da wohl in ihr Reich schaute.
Der Halter war anwesend und ließ es sich nicht nehmen, eines seines Tiere aus dem Terrarium zu nehmen, um es zu präsentieren und über seine Erfahrungen zu berichten. Ich nutzte die Gelegenheit und holte mir einige Tipps zu Zucht. Davon aber später mehr auf der Seite der Leopardgeckos.

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leogeck5.jpg Diese Fotos zeigen ein sehr schönes, großes Weibchen. Sie wollte allerdings nichts vom Stillhalten wissen. Es war  ja auch nicht ihre Zeit. Die Leopardgeckos sind dämmerungs- und nachtaktiv. 

Wie bei vielen Echsen in diesem Jahr zu beobachten, sind auch diese Echsen jahreszeitlich durcheinander. Der Züchter zeigte uns, daß das Weibchen trächtig war. Es ist für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich, da eigentlich allmählich die Winterruhe beginnen soll.

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Hier noch ein Porträt der Leopardgecko-Dame.

Dann ein Blick in die Nachbarbecken. Hier gab es u.a. Uromastyx ocellata (Dornschwanzagame) und eine Bartagame zu sehen. 

Und ihn hier: einen Wundergecko mit Partnerin. Diese Geckos waren auch noch etwas unsicher in ihrem Ausstellungsterrarium, aber für eine Unterschlupfmöglichkeit  war auch hier gesorgt.

wundergecko

In einer etwas ruhigeren Ecke stand ein Terrarium mit einer größeren Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanii), nicht zu übersehen, aber dennoch etwas vor dem Besucherfluss geschützt (gut gelöst!). Im ersten Raum konnte man noch einige sehr schöne Schlangen bewundern. Zum Beispiel Kornnattern (Elaphe guttata) in rot, orange und albino, ein Paar Rote Regenbogenboas (Epicrates c. cenchria), verschiedene Boas, ein Pärchen Königsnattern (Lampropeltis hondurensis)  und eine der schönsten Schlangen wohl überhaupt: einen albinotischen Tigerpython (Python molurus).

tigerpython ...  hier ist er. Eine Pracht, die für sich spricht!

 

Nun suchten wir den zweiten Ausstellungsraum auf. Gleich auf der rechten Seite sah man einige Tische, davor eine große Zahl von Besuchern, viele Kinder. Was gab es dort? Vogelspinnen! Naja, nicht so meine Welt, aber unser Sohn wollte sich das nicht entgehen lassen. Der Halter verschenkte Spinnenhäute. Leider bekam die Familie, die vor Timo am Tisch stand, gleich sechs Stück, so daß unser Timo leer ausging. Schade, er hätte sich sehr über so eine Trophäe gefreut. - Daneben, ebenfalls auf der Tischreihe gab es einen Schnurfüsser zu sehen. 

 

Als nächstes begrüßte Herr Fröschke mit seiner netten und freundlichen Art seine Besucher.

Als Fachmann für Frösche (und Schlangen) stellte er sich jeder Frage. Selbstverständlich hatte er auch eine kleine Auswahl seiner Juwelen mitgebracht.

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Dendrobates leucomelas

Dendrobates azueus, der Blaue Pfeilgiftfrosch 
links ein ausgewachsenes Exemplar, rechts ein Jungtier

Auch hier erfuhren wir sehr viel Interessantes über die Froscharten und deren Haltung. Es wurde alles so erklärt, daß es auch für Laien gut  verständlich war. Ich selbst nutzte die Gelegenheit, um mit ihm auch kurz das Thema Schlangen zu erörtern. - Nachdem wir uns endlich zum Weitergehen durchgerungen hatten, sahen wir Terrarien mit Stabschrecken und anderen Insekten, nochmals eine Bartagame (Michas 'Barto') und einige Schlangen, darunter einen etwa 2m langen Netzpython (Python reticullatus) und Tag-Geckos (Phelsumen).

Drei Arten der Riesengeckos wurden gezeigt. Herr Nissen rief mich extra noch mal zurück, um mir seinen 'Henckels Riesengecko' (Rhacodactylus leachianus henkeli) zu zeigen,  hier auf den Fotos links und rechts ist er zu sehen. Diese Art wurde erst vor vier Jahren wiederentdeckt - eine echte Rarität!

Zusammenfassend kann man sagen: eine gelungene Veranstaltung. Schöne Tiere wurden in sauberen und artgerecht eingerichteten Terrarien präsentiert. An allen Becken waren Hinweisschilder mit den deutschen und wissenschaftlichen Namen und die Herkunft der Tiere wurde zusätzlich mit Landkarten veranschaulicht. Futter und viele weitere Angaben waren dort zu lesen. Bei allen Becken standen die Halter parat für die Fragen der Besucher.
Die Räume waren sauber und freundlich, die Fenster mit hellen Vorhängen verhängt. Es brannte eine dezente Deckenbeleuchtung. Dadurch wirkte es gemütlich und fast familiär. 
Der Besucher hatte unendlich Gelegenheit, mit den Haltern zu reden und sich zu allen Fragen zu informieren. Die Betreiber gaben sich alle Mühe! Ich weiß nicht, wie man es hätte besser machen können.

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Zum Abschluss noch einmal Herr Nissen mit seiner Indigonatter, die übrigens ungeheuer gern fotografiert werden mag!
Danke an dieser Stelle dem Kieler Team für den interessanten und netten Nachmittag !!!

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© R. Kohlmeyer 10/2000

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