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Ptychozoon kuhlii - Faltengecko


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Die Faltengeckos stammen aus Südostasien, wo sie in den Regenwäldern zu hause sind. Man kennt bisher zwei Arten: Ptychozoon lionotum und P. kuhlii. Beide Arten unterscheiden sich nur unwesentlich im Aussehen (P.kuhlii trägt auf dem Rücken kleine 'Knötchen'). 

2703. Die Faltengeckos erreichen eine Gesamtgröße von etwa 16cm, wobei P.kuhlii etwas größer wird. Durch ihre olivgrüne und braune Färbung sind sie besonders auf Korkeichen ausgezeichnet getarnt. Die Mimese dieser Geckos ist perfekt. Der Name bezieht sich auf zwei Hautlappen, die jeweils an den Flanken der Geckos sitzen. Die Hautlappen können ausgespreizt und zum Gleiten von einem Baum zum anderen genutzt werden. Wenn die Geckos am Boden laufen oder an Bäumen sitzen, klappen sie die Hautlappen unter den Körper.  - eine weitere Besonderheit sind die Füße. Zum einen besitzen sie Krallen, die ihnen das Klettern auf rauhen Untergründen ermöglichen, zum anderen verfügen sie auch über Haftlamellen, wie sie auch die Taggeckos (Phelsumen) besitzen. Somit sind auch sehr glatte Untergründe kein Hindernis für die Faltengeckos.
Trotz Häutung perfekte Tarnung

 

terri im aufbau

Das Terrarium, das nach der Eingewöhnung bezogen wird, ist 60 x 60 cm in der Grundfläche und 120cm hoch. Ausgestaltet wird es mit großes Korkstücken, die baumähnlich aufgestellt werden. Das auf dem Foto rechts zu sehende Korkstück wurde mit Silikon an der Wand befestigt. Oben wurde in die verbleibende Öffnung eine kleine Schale gesetzt, in der Efeu wächst. Von unten wurde der Kork mit einer dünnen, passend geschnittenen Korkplatte verschlossen. Um den Futterinsekten keine Verstecke zu bieten, wurden die Seiten des Korks mit Kokosmatten abgedichtet. - Das große Korkstück links stellte ich lose in das Terrarium. Es wurde unten zwar gesichert, aber es konnte auch jederzeit bei Bedarf entfernt werden.
Von außen wollte ich Terrarien-Dekorfolie anbringen, damit das Becken 'abgeschlossen' ist und die Tiere Schutz haben. Das wurde nichts, da diese Folien nur in Höhen bis 50cm hergestellt werden. Fragt sich, was sich die Herstelle dabei denken, denn Terrarien in 50cm Höhe gibt es kaum ... naja, so werde ich mir selber etwas basteln (Rückseite von Tapeten färben).

Faltengeckos benötigen Temperaturen von 30-32°C am Tag, bei nächtlicher Absenkung auf 25-26°C. Dies wird mit einem 150W Strahler erreicht. Der Strahler wurde in das Terrarium gebaut und mit einem Schirm, bestehend aus einem großen Blumentopf und Drahtgitter, versehen. - Der Strahler schaffte die Temperatur ohne Probleme. Im Bodenbereich lag sie um 28°C, also optimal. (Für Notfälle (strenge Winter) installierte ich zusätzlich ein Heizkabel hinter dem eingeklebten Kork und am Boden, das aber nicht angeschlossen wurde.)
Als Substrat dient eine dünne Schicht Blähton und darauf etwa 10 cm Repti-Bark. Ein Wassernapf für frisches Trinkwasser steht immer bereit.
Das Klima soll eher tropisch sein, daher kamen zu dem Efeu noch zwei große Pflanzen in das Becken. Pflanzen unterstützen das Klima positiv. Täglich wird abends mit warmem Wasser gesprüht. 

27.03

Bei meinen Geckos handelt es sich um Ptychozoon kuhlii. Ich halte ein Männchen mit zwei Weibchen. Die Geschlechter erkennt man an den ausgeprägten Präanalporen der Männchen. Zusätzlich haben die Männchen beiderseits der Kloake je einen Hautlappen, die eine Identifizierung ebenfalls erleichtern.
Faltengeckos sind nachtaktiv. Auch die Futterzeiten liegen daher in der Nacht oder am späten Abend. 

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Kurz vor der Häutung 
wird der helle Kork bevorzugt.

Perfekt getarnt ...


Nahrung: Insekten, Spinnen und Larven; Vitamin- und Mineralien-Zugaben

Zucht: dazu kann ich noch nichts sagen. Nach der Literatur sollen sie das ganze Jahr über paarungsbereit sein. Es werden immer zwei Eier abgelegt, die an Bäumen oder Ästen angeheftet werden. Wenn möglich sollen die Eier in einen Inkubator überführt werden. Die Aufzucht der Jungen erfolgt unter ähnlichen Haltungsbedingungen wie die der Elterntiere, allerdings sollen die Temperaturen etwas geringer gehalten werden. - Genaueres aber, wenn meine Geckos eines Tages soweit sein werden.

Erfahrungen: meine drei Tiere (DNZ) beziehen zunächst ein kleines Becken, damit sie sich in Ruhe umstellen können und unter Beobachtung sind. Am besten wäre ein reines Quarantäneterrarium gewesen, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt keines frei. (Quarantänebecken enthalten als Substrat Küchenkrepp oder Zeitungspapier und werden nur mit leicht zu reinigenden Gegenständen versehen, also Unterschlupf aus Papprollen oder Kunststoff etc.). Meine Geckos bezogen also ein kleines, mit Kork ausgekleidetes Becken. Neben einem dicken, gut gereinigten Korkast enthielt dieses Becken lediglich noch einen größeren Stein und einen Wassernapf. - Kotproben wurden untersucht und entfielen negativ. 

So wurde das oben beschriebene Terrarium eingerichtet und nach etwa zwei Wochen von den drei Geckos bezogen. Wie zu erwarten war, sind die Geckos tagsüber in dem relativ großen Terrarium kaum zu entdecken. Mitunter sitzt einmal eines der Tiere an den Glaswänden oder hinter der frei stehenden Korkrinde, aber meist sind sie nicht auszumachen. - Anders ist es abends und nachts ... wenn gefüttert wird (z. Zt. gibt es mittelgroße Heimchen), schnellen die Faltengeckos aus ihren Verstecken hervor und erbeuten zielsicher die Futtertiere. Dann scheuen sie sich nicht und lauern auf den Pflanzen oder am Boden, um das Futter zu packen. 
Nach der Fütterung wird dann mit warmem Wasser gesprüht. Die Geckos lecken das Sprühwasser gern auf. Ein Trinkgefäß steht immer bereit, aber bisher habe ich sie nicht daraus trinken sehen.

Zum Gleiten kann ich noch nicht viel sagen. Es heißt zwar, sie würden es im Terrarium nicht tun, aber ich meine, sie tun es doch. Zumindest springen sie von einer Wand zu r anderen und es scheint, als würden sie die Hauslappen dabei öffnen. Allerdings geht das Ganze so schnell, daß ich es bisher nicht mit Bestimmtheit sagen kann.

 

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© R. Kohlmeyer 2001 - 2004

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