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Skinke

Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Sauria)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)


Mabuya quinquetaeniata,   Scincus scincus  Eumeces algeriensis,   Tiliqua scinciodes,   Corucia zebrata

(Die Fotos dieser Seite können per Mausklick vergrößert werden.)


Skinke sind bereits über 40 Millionen Jahre alt. Heute sind mehr als 1000 Arten in ca. 100 Gattungen bekannt. Damit sind die Skinke die größte Echsenfamilie. Die Skinkfamilie unterteilt sich nochmals in vier Unterfamilien. Die gesamte Systematik ist sehr umfangreich, so daß ich hier nicht näher darauf eingehen möchte.  Die Art kommt auf allen südlichen Erdteilen vor. - Wer sich hierfür speziell interessiert, dem empfehle ich das Buch "Skinke im Terrarium" von A. Hauschild und P. Gaßner.
Bedingt durch die Artenvielfalt ist es nicht möglich, pauschales über Lebensraum, Ernährung und dergleichen zu sagen. Ich will mich daher auf die Arten beschränken, die ich selbst halte bzw. die wohl öfter gepflegt werden. Ich muß aber gestehen, daß Skinke mir sehr gefallen. Es ist schade, daß sie so selten angeboten werden.

 

 

Welt der Ap.Skinke Verbreitungsgebiet des Apothekerskinks

Scincus scincus - der Apothekerskink oder Sandfisch ist ein Wüstenbewohner Nordafrikas und Saudi-Arabiens.
Durch seine Körperform und die feinen glatten Schuppen ist er bestens an das Leben im Sand angepasst. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 19cm.

Tagsüber gräbt er meist lange Tunnel durch die Sanddünen. Ist er an der Oberfläche und lauern dort Feinde (Wüstenwaran, Schlangen), so gräbt er sich blitzschnell mit schüttelnden Bewegungen ein.
Nahrung: Heuschrecken und Käfer
Fortpflanzung: das Weibchen bringt 2-10 lebende, ca. 3,5cm große Junge zur Welt.

 

Scincus scincus

Terrarienhaltung: Wüstenterrarium mit Sand als Substrat, Temperaturen um 30°C mit einer Erwärmung von oben (Licht). Es hat sich als günstig erwiesen, einen Teil der untersten Sandschicht leicht  feucht zu halten.
Futter: die üblichen Futterinsekten, Heuschrecken, Käfer, Schnecken

Ich halte diese Skinke (noch) nicht, habe mich aber schon über Monate mit ihnen beschäftigt. Evtl. werde ich welche aufnehmen.

Pfeil

 

 

(Alle Fotos der Blauschwanz-Mabuye zeigen das Männchen.
Weibchen zeigen die schwarzen Rückenstreifen deutlicher.)

mabuya M1 Mabuya quinquetaeniata scharica - die afrikanische Blauschwanz-Mabuye ist ein kleiner Skink, der (wie fast alle seine Artgenossen) durch ein auffallend schönes Farbmuster auffällt. Die Tiere leben, wie der Name schon sagt, in Afrika. Sie sind auf fast dem gesamten Kontinent zu finden. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von ca. 25cm (Männchen), wovon aber fast 2/3 auf den Schwanz entfallen. Die Farben weichen je nach Herkunftsort voneinander ab. Meine Tiere haben eine goldbraune Grundfarbe, das Männchen trägt dunkelbraune unklare Streifen, das Weibchen deutliche schwarze. Beide Tiere haben leuchtend hellblaue Schwänze. Hinter den Ohröffnungen haben beide Tiere abwechselnde weiße und golden-orange Flecken. 

Die Jungtiere (ich habe meine als kleine bekommen) sind alle gefärbt wie die Mütter. Erst später färben sich die Männchen um. Mit dem Umfärben beginnt auch die Aggressivität, also die Rangkämpfe. Allerdings habe ich bei meinen Tieren festgestellt, daß auch die Weibchen nicht unproblematisch sind und nicht unbedingt friedlich mit ihresgleichen umgehen.

mabuya M2 Ich hatte zu Beginn vier Tiere angeschafft, weil sie so schön waren und der Verkäufer nicht wußte (ich auch nicht), daß die Tiere nur paarweise, bzw. ein Männchen mit zwei Weibchen leben. Zunächst ging alles wunderbar. Die Skinke waren zwar sehr scheu und bei der Annäherung an das Terrarium flüchteten sie blitzartig in den Sand, aber mit etwas Distanz waren sie gut zu beobachten. Dieses Verhalten ließ nach etwa fünf Wochen nach. Die Skinke flüchteten nicht mehr.  mabuya M3

Nach einiger Zeit stellte ich fest, daß eines der Tiere etwas kleiner blieb als die anderen, obwohl ich beim Füttern darauf geachtet hatte, das alle gut fressen. Kurz darauf lag morgens eines der Tiere tot im Terrarium. Ein weiteres Tier hatte eine Bißwunde am Schwanz und eines saß wütend an der Rückwand. Nur der kleine Skink verhielt sich, wie immer. - Es war klar, was los war: die Tiere wurden geschlechtsreif, es kam zu Rangkämpfen.

mabuya M4 Um nicht noch eins zu verlieren, fing ich den verletzten Skink heraus und setzte ihn in ein Extra-Terrarium. Das kleinere Tier war sehr wahrscheinlich ein Weibchen, ich ließ also das Weibchen und den vor Wut zitternden Skink zusammen. Es dauerte nicht sehr lange, da war der Große vollständig umgefärbt, das Weibchen erschien mir noch farbenprächtiger als vorher. Die beiden Tiere vertrugen sich bestens.
Im Frühjahr 99 war das Weibchen trächtig. Kurz darauf fand ich drei Eier im Terrarium, leider hatte ich kein Glück mit den Eiern, eines war angebissen, das zweite war am folgenden Tag vertrocknet, das letzte nach einer Woche. Das Weibchen wurde wieder trächtig. Diesmal passte ich besser auf, aber das Weibchen knabberte beide Eier wieder an. So ging es noch sechsmal in dem Jahr.

Ich hatte keine Möglichkeit, die Tiere zu trennen, um das Weibchen zu entlasten. Eines Tages huschte sie dann beim Füttern aus dem Terrarium und war zunächst verschwunden. Nach ein paar Tagen fanden wir sie, als sie gerade auf dem Weg in die Küche war. Sie hatte bei ihrem Ausflug 90% ihres Schwanzes verloren. Ich machte mir Sorgen, daß dieser Verlust zuviel sein könnte. Nun, sie kam zurück ins Terrarium. Nach drei Tagen war ein 'Stummel' von ca. 2cm nachgewachsen. Enorm, wie schnell das ging. Nach zwei Wochen war der Schwanz komplett nachgewachsen, ohne sichtbare Spuren. Keine Verengung oder Umfärbung - es war nichts mehr von dem Unfall zu sehen.
Leider ging die Belästigung durch das Männchen da auch wieder los. Ich richtete ein Terrarium für die Dame her. Als ich sie dann umsetzen wollte, war sie leider gestorben. Das Männchen hatte sie vermutlich zu sehr bedrängt. Ich war sehr traurig über den Verlust und ich hoffe, nochmals so schöne Tiere zu sehen. Auf jeden Fall werde ich entweder zwei Weibchen nehmen oder die Tiere getrennt halten.

Das Männchen machte eine dreimonatige Winterruhe. Dazu wurden Heizung und Licht abgeschaltet. Futter bekam er während der ganzen Zeit zweimal, Wasser nur noch durch gelegentliches Sprühen. Dann wurde die Heizung tagsüber wieder eingeschaltet, etwas mehr gefüttert und allmählich das Licht auf normale Leistung gefahren. Der Skink hat diese Winterruhe bestens überstanden. Er verhält sich normal und frißt völlig problemlos. 

mabuya M5 Terrarienhaltung: die Maße sollten für ein Paar bei mindestens 80x50x60cm (LxBxH) liegen. Die Tiere klettern gern, daher empfiehlt es sich, Rück- und Seitenwände mit Kork zu bekleben. Die Tiere leben in Felsspalten und Steinhöhlen. Die Steinhöhlen lassen sich gut einbauen, aber sie müssen unbedingt sicher sein und dürfen nicht beim Wühlen einstürzen (am besten die Steine verkleben). Als Bodengrund ist eine dicke Schicht Vogelsand gut geeignet. Die Skinke vergraben sich dort sehr gern. Ein Wassernapf ist wichtig, die Tiere trinken viel. Die Temperaturen sollten um 28°C liegen, lokal bis zu 40°C, nachts kühler. 
Skinke benötigen sehr viel licht und UV-Bestrahlung. Man sollte zudem etwa alle 5-6 Tage mit lauwarmem Wasser sprühen. Auch davon trinken die Skinke gern.
Futter: Insekten aller Art, Mehlwürmer und Zophobas gelegentlich.

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Eumeces algeriensis - der Berberskink ist ein großer, kräftiger Skink aus Marokko und Westalgerien. Er erreicht eine Größe von ca. 40cm, etwas über die Hälfte davon macht der Schwanz aus. Die Grundfarbe ist dunkelgrau. Auf dem Rücken tragen die Berberskinke feine Querstreifen in rot, schwarz und gelb-weiß. Seitlich sind orange Streifen vom Ohr bis zu den Vorderbeinen. Die Männchen sind kräftiger gebaut als die Weibchen und haben breitere Köpfe. Die Skinke leben in Steppen- und Küstenregionen, auch in der Nähe von Siedlungen. Die Tiere sind meist abends und morgens aktiv und leben überwiegend einzeln. Sie graben sich lange, tiefe Gänge in den Sandboden, wo sie dann ruhen. 

Berberterri Terrarienhaltung: meine Tiere bewohnen ein Terrarium von 130x70x60cm (LxBxH). Es hat eine 10-15cm hohe Sandschicht. Als Ersatz für Gänge hab ich mehrere dicke Röhren in den Sand 'eingebaut' und eine größere Steinhöhle errichtet. Da mir die Tiere sehr kräftig erscheinen, habe ich für die Höhle zwei Ziegelsteine mit Abstand von etwa 20cm auf den Terrarienboden gelegt und darauf eine halbe Gehwegplatte gelegt. Oben auf dieser Platte steht der Wassernapf, der so nicht versanden kann. Eine Korkröhre liegt ebenfalls auf dem Sand und zwei Wüstenpflanzen stehen im Terrarium. - Interessant war, das die Skinke nach dem Einsetzen zunächst in die Höhle einzogen. Sie wühlten einen Teil des Sandes dort heraus und errichten eine Art Wall vor dem Eingang. In diesem Wall fand ich dann Häutungsreste und Kot. Die Höhle selbst war immer sauber. - Inzwischen lebt eines der Tiere in einer der Röhren, das andere weiterhin in der Höhle. Die Behausungen werden anscheinend peinlichst sauber gehalten. Ich finde Kot und Häutungsreste vor der Höhle bzw. hinter einer der Pflanzen. Das Terrarium ist ansonsten absolut sauber.
Mein Terrarium 

 


Futter: Die Berberskinke ernähren sich von größeren Insekten und Skinkpudding. Aber auch Schnecken und kleine Wirbeltiere gehören auf den Speiseplan. In der Natur fressen sie auch Skorpione, Vogeleier und Jungvögel.
Meine fressen hauptsächlich große Grillen und Heuschrecken. An Babymäuse gehen sie nicht, aber Zucchinistückchen und kleine Stückchen Eisbergsalat nehmen sie ganz gern.

Meine zwei Tiere bekam ich im Spätsommer '99. Sie hatten sich nach etwa vier Monaten endlich eingelebt. Langsam kamen sie um die Mittagszeit aus ihren Verstecken heraus, um zu fressen. (Aus diesem Grund ist es auch äußerst schwierig, Fotos von den Tieren zu bekommen.) Man mußte aber noch sehr still vor dem Terrarium verharren, wenn man sie sehen wollte. - So habe ich dann auch die Paarung übersehen und das Weibchen ist dann leider an Legenot verstorben. Ein großes Ei hatte den Körperausgang verstopft. Im Inneren des Tieres befanden sich zwei weitere kleine Eier. Schade! Es ist zwar ungewiss, ob ich dem Skink bei rechtzeitiger Erkennung hätte helfen können, aber sie hätte evtl. eine Chance gehabt.

Berberskink

Männchen

skink6 Im April 2000 bekam ich ein kleines Weibchen, das entweder ausgesetzt worden war, oder ein unbemerktes Urlaubsmitbringsel... Auf jeden Fall war dieses kleine Wesen im Freien entdeckt worden. Der Gesundheitszustand war nicht der Beste. Es war schlecht ernährt und hatte eine Schwanzdeformation. 

Ansonsten ist das Tier gesund (keine Parasiten oder Schädlinge) - Ich werde nun versuchen, zunächst den körperlichen Zustand des Berberweibchens zu verbessern, sprich es an regelmäßige Nahrungsaufnahme gewöhnen.

... und dann spielte wieder der Zufall mit ... Es war der 30. April. Draußen wuchs der Löwenzahn nun endlich. Alle Tiere wurden damit regelmäßig versorgt und liebten ihn, vom Nager bis hin zu den Agamen. Ich war gerade am Füttern, als beide Berber offen im Terrarium lagen. Da der große Bock ganz gern auch Grünes frißt, wollte ich nun Löwenzahn testen. Ich legte dem Großen eine Blüte hin, natürlich verschwand er erst mal im Versteck. 
Die Kleine blieb aber da. So hielt ich ihr die Blüte hin. Ja, und siehe da, die riss sich einige Blütenblättchen ab. Ich hielt die Blüte weiter fest, möglichst ohne mich zu  bewegen. Sie biss wieder zu und diesmal erwischte sie ein ganzes Maul voll. Da die Blätter ja fest sitzen, ging das nicht so einfach. Das Weibchen drehte sich mehrmals um die eigene Achse, um die Blätter abzudrehen. Es sah genauso aus, wie bei Krokodilen, wenn sie ihre Beute zerreißen. - Schade war nur, daß ich allein war und meine Kamera nicht erreichen konnte. Loslassen wollte ich auch nicht, weil ich sehr froh war, daß die kleine Berberskinkdame überhaupt am fressen war. Immerhin hatte die kleine Lady eine halbe Blüte gefressen. Für ihre Verhältnisse sehr viel! Auch an Insekten zeigte sie vermehrt Interesse. Allerdings sollte sich herausstellen, daß alles vergebens war, denn sie starb dennoch einige Tage darauf. 

Berber beim Schlupf Nach einiger Suche fand ich zum Herbst wieder ein Weibchen. Die beiden Tiere wurden getrennt untergebracht zwecks Winterruhe. Da die Winterruhe bei dieser Art umstritten ist, setze ich die Tiere in Boxen, die ohne Heizung ausgestattet waren. An Licht war nur das Restlicht aus dem Raum vorhanden (Temperaturen in den Boxen tagsüber um 20°C, nachts um 17-18°C). Die Tiere kamen zwar zum Wasser aufnehmen von Zeit zu Zeit zum Vorschein, ansonsten hockte jedes in seiner Höhle.
Im Frühjahr machte ich den Fehler, die zwei Skinke zu früh zusammenzusetzen. Vermutlich bedrängte das Männchen sein Weibchen zu früh. Das Weibchen wehrte sich, zumindest konnte ich einen heftigen Kampf beobachten. Als ich eingreifen wollte, um die Skinke zu trennen, war das Weibchen bereits todgebissen.
Ein Berberskink beim Schlupf Ich denke, daß dieses Verhalten nicht arttypisch ist. Daher werde ich den Berberskink einzeln halten.

 

Literatur über Skinke: 'Skinke im Terrarium' von A. Hauschild und P. Gaßner
'Blauzungenskinke' von A. Hauschild und anderen
*Corucia zebrata, der Wickelschwanzskink'  von A. Hauschild und P. Gaßner
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2001