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Das Krokodil

Ein Beitrag von Carola Gläser 



Die Geschichte begann vor ungefähr 2 Wochen.
Mein Freund (ganz liebe Grüße an Dich!) und ich eilten durch die Innenstadt auf dem Weg zum Handyladen, da meines schon wieder -immer noch- kaputt war. Dort angekommen und all das Geschäftliche erledigt, machten wir uns wieder auf den Heimweg durch die einkaufwütigen Menschenmassen. Ich gebe zu, ich war nicht abgeneigt in das ein oder andere Geschäft zu gehen und zu schauen was es Feines gibt, aber mein Freund war nicht gerade in Bummellaune...

So eilten wir weiter, bis ich etwas entdeckte! Nein keine neuen Schuhe, sondern eine sich bewegende Menschenmasse mit gesenkten Köpfen. Menschen, die alle auf den Boden starrten. So glotzte ich auch hinunter und entdeckte das kleine grüne "Krokodil" (laut eines Mitgliedes der gaffenden Masse). 
Dieses versuchte, mit hoch erhobenem Kopf und flinken Füßen, den Menschenkreis zu durchdringen. Aber die Mauer aus Füßen war undurchdringlich und so wetzte der Kleine sichtlich verängstig hin und her. Wie es meine Art ist, hielt ich meinen Freund ein wenig fest, um auch ihn aufmerksam auf das kleine grüne Krokodil zu machen, welches blaue Punkte hatte. Er dachte wahrscheinlich: "Nicht schon wieder ein Schaufenster!", erkannte aber schnell, was ich ihm zeigen wollte. Ohne weiter nachzudenken, empfand ich tiefes Mitleid mit diesem Krokodil, welches für mich mittlerweile kein Krokodil war, welches eigentlich jeder normal denkende Mensch mit einer Kindergartenausbildung hätte erkennen können. Ein Krokodil mit ca. 50 cm Länge, einem dünnen, langen Schwanz und hellgrüner Farbe mit blauen Punkten?

Nun gut. Weiter! 
Ich drang durch den magischen Kreis hindurch und schnappte mir die kleine Echse mit einem geübten Meerschweinchengriff. Schnell wurde ich von schauenden Menschen umringt, so dass mein Freund kam und das Tierchen in seine Obhut nahm. Schnell klammerte es sich an ihm fest.
So ... und weiter?
Gott sei dank kam eine Frau auf uns zu, die sich mit Terrarientieren auskannte (nochmals herzlichen Dank) und uns zum nächsten Reptilienshop brachte, wo der Kleine eventuell ausgebrochen sein konnte. Auf dem Weg dorthin wärmten wir das völlig unterkühlte Tier und sie sagte: "Behalten sie ihn doch!"

Das war wahrscheinlich der magische Schlüssel, so dass mein Freund und ich uns ohne Worte einig waren: wenn es ein Weisenkind ist, nehmen wir es. - Im Shop angekommen, klärte sich die Lage ein wenig auf. Es war ein ausgewachsenes Perleidechsenmännchen. Eine junge Frau wollte dieses Männchen, sein Weibchen und noch andere Tiere umständehalber zurückbringen. Dabei ist ihr aus dem Transportkarton ihr Perleidechsenpärchen entwischt. Sie war auf der Suche. Wir hatten den Mann, fehlte nur noch das Weibchen. Wenig später brachte eine andere Frau das fehlende Weibchen an und die beiden Eidechsen wärmten sich glücklich unter der Lampe auf.

Um nun schnell zum Happy End zu kommen: für einen geringen Ablösepreis nahmen wir die Beiden samt voll eingerichteten Terrarium bei uns auf. Nun sind wir unerwarteter Weise völlig überrascht und Ahnungslos an zwei Perleidechsen gekommen und werden uns bemühen, ihnen eine gutes "Heim" zu bieten. Profis sind wir noch keine, geben uns aber viel Mühe alles richtig zu machen, so dass es den Tieren gut geht und sie uns eventuell mit ein wenig Nachwuchs belohnen.

Carola und Armin


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© R. Kohlmeyer  2002 - 2004

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