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Thamnophis marcianus marcianus 

Karierte Strumpfbandnatter


(Die Fotos dieser Seite sind per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)

Thamnophis marcianus stammt aus dem Gebiet SO-Kalifornien, Arizona, N-Mexiko und Texas. Sie bewohnt trockene Gebiete, aber sie sucht immer die Nähe von Wasserstellen. Die Natter erreicht Größen bis zu 100cm. Die Färbung gab ihr den Namen: auf hellem Grund (gelblich) trägt sie auf jeder Seite zwei Bänder aus quadratischen Flecken, die versetzt angeordnet sind. Th. marcianus marcianus trägt einen auffälligen Rückenstreifen, der hinter dem dunklen Kopf beginnt. Dort ist dieser Streifen gelb. Zum Körperende hin geht er in weiß über.

marcianusWeibchen Haltung im Terrarium: Th. m.marcianus gilt als recht friedfertige, aber etwas scheue Schlange. Sie benötigt ein trockenes Terrarium. Ein Wassergefäß muß vorhanden sein. Auch sollten Versteckmöglichkeiten nicht fehlen, da sich die Tiere sonst häufig im Substrat vergraben. Die karierte Strumpfbandnatter ist tagaktiv, verlagert ihre Aktionszeiten in den Sommermonaten aber häufig auf die Nachtstunden. - Eine Winterruhe sollte den Tieren ermöglicht werden (ca. 6 Wochen bei etwa 10°C).

Futter: Diese Art ist gut an Mäusebabys und Stinte zu gewöhnen. Sie geht problemlos auch an tote Futtertiere.

Zucht: wie alle Thamnophis-Arten ist auch Th. marcianus lebendgebärend. Sie bringt zwischen 5 und 30 Jungtiere zur Welt. Die kleinen Schlangen verbleiben nicht bei der Mutter, können aber gemeinsam aufgezogen werden. Bewährt hat sich eine Unterbringung in nicht zu großen Terrarien, die mit Küchenkrepp und Papprollen ausgestattet sind. Ein Wassernapf darf auch hier nicht fehlen!

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Erfahrungen: Durch meine Aktivität im Forum der www.thamnophis.com lernte ich u.a. den Züchter meiner ersten Th. marcianus kennen. Wie sollte es anders sein, als das mein Herz wieder schlug, als er von NZ 2000 erzählte, die er noch besaß? So bekam ich von ihm zwei Tiere.
Obwohl beide Tiere gleichen Alters sind, ist der Größenunterschied beachtlich. So hielt ich die Schlangen während der Eingewöhnung getrennt, um evtl. 'Fehlbissen' des größeren Weibchens vorzubeugen. Auf Udos Anraten wurde das Männchen etwas wärmer gehalten. Die leicht höhere Temperatur unterstützt in der Regel die Verdauung und somit das gesamte Wohlbefinden kleinerer und schwächerer Tiere.

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Das Weibchen, 
vor Säuberung der Box

Das Männchen in seiner Transportbox

Auf dem Bild rechts (leider etwas unscharf) sieht man deutlich, daß das Natternweibchen keinerlei Scheu oder Ängste zeigt. Aufmerksam, aber ruhig und ohne jede Hektik untersucht sie ihre Umgebung. Als ich die Schlange nach diesen Aufnahmen in ihr Becken zurücksetzte, war die Atmung ruhig und das Herz schlug normal. Sie hatte also keinen Stress durch ihren kleinen Ausflug erlitten.
In den nächsten Tagen zeigte sich das Weibchen in typischer Thamnophis-Manier. Sie erhob immer sofort ihren Kopf, sobald ich im Terrarienraum war. Aufmerksam schaute sie zu, was ich dort so machte. - Das keine Männchen stand etwas im Hintergrund, damit es mehr Ruhe hatte. Es verbrachte die Tage eher mit dösen. Nachts konnte ich ihn nicht beobachten, da ich ihn nicht stören wollte.

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Die Fütterung des Weibchens war kein Problem. Sie nahm die ihr angebotenen Stinte bereitwillig an. Das Männchen wollte von Stint nichts wissen. Auch eine Babymaus wollte er nicht. So besorgte ich kleine, lebende Fische. Ich setzte ihm zwei Fische in seinen Wassernapf und ließ ihn in Ruhe. Zunächst zeigte er kein Interesse. Am nächsten morgen waren beide Fische gefressen. Leider hatte er einen der Fische bis nachmittags wieder erbrochen und am Abend mußte ich den Tod des kleinen Männchens feststellen. - Es stellte sich dann heraus, daß das Männchen nicht aus besagter Zucht stammte. Der Züchter hatte es von einer Bekannten aus der Schweiz erworben. Das erklärte dann auch den plötzlichen Tod, denn außer transportiert zu werden, hatte dieser kleine Kerl sicher noch nicht viel vom Leben gehabt. Es tat mir sehr leid, ihn erworben zu haben, aber leider wußte ich vorher nichts von alledem.


marcianusW3 Das Weibchen hat sich gut eingewöhnt und wurde nach negat. Kotuntersuchung in ein größeres Quarantänebecken gesetzt. Hier bekam es eine dünne Substratschicht aus Buchenspänen, ihr gewohntes Versteck und ihre Wasserschale. Tagsüber war sie von nun an noch selten zu sehen, dafür war sie nachts recht aktiv unterwegs.
Sie zeigte auch weiterhin keinerlei Futterprobleme, so daß sie nach einiger Zeit bereitwillig bei jeder Fütterung 4-5 Stinte annahm. Ob das Futter mit Vitamin-/Mineralstoffen eingepudert war oder nicht, schien sie nicht weiter zu interessieren.

Ihre Schönheit erfreut mich täglich aufs Neue. - Natürlich suchte ich ein nach einem passenden Männchen. Es sollte eine helle Grundfarbe und eine klare Zeichnung haben. Jetzt habe ich ein Männchen in Aussicht, daß ich im Herbst bekomme. Es ist eine Nachzucht aus 2000, also gleich alt wie mein Weibchen. 

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macianus Meine Th. m.marcianus ist jetzt über zwei Monate bei mir und sie entwickelt sich wunderbar. Seit einiger Zeit sucht sie für ihre Ruhezeiten immer ein Plätzchen unter dem Wasserschälchen. Dort liegt sie dann aufgerollt und genießt ihre Ruhe.
Die Fütterungen haben sich jetzt eingespielt. Sie frißt nun wöchentlich 5-8 Stinte, die alle 14 Tage mit Vitaminen und Calcium angereichert werden. Ab Juli nimmt sie auch ab und zu eine Babymäuse an.

Es sind einige Wochen vergangen und die Marcianus ist wieder gewachsen. Der Platz unter der Wasserschale scheint ihr jetzt zu eng zu sein, sie liegt nun überwiegend in ihrer Versteck-Dose. Das ist eine kleine Plastikschale aus dem Supermarkt, in die wir ein Einschlupfloch geschnitten haben. Jetzt steht sie umgedreht im Terrarium und dient als Versteck.
Allgemein ist die Th. m.marcianus sehr ruhig. Stört man sie aber wenn sie ihre Ruhe will, reagiert sie mit blitzartiger Flucht. Da heißt es dann besonders aufpassen, damit sie nicht entwischt. Greift man sie dann, ist sie aber auch schnell wieder beruhigt und schaut neugierig, was passiert. Sie ist weiterhin eher nachts aktiv. Dann kann man sie sogar beim Klettern beobachten, was sie tagsüber nie tut.

nachts erwischt Mein zweites Weibchen der Th. marcianus ist ein Nachzuchttier aus 2001 mit anerythristischem Erbgut. Das bedeutet, sie wird eines Tages Nachkommen bringen, die keine roten Farbanteile tragen. Bereits jetzt sieht man einen deutlichen Farbunterschied zur 'normalen' Form. Besonders die Bauchseite dieser marcianus ist interessant gezeichnet (Foto rechts).
Natürlich unterscheidet sich dieses Tier nur farblich. Verhalten und Pflege sind artspezifisch völlig identisch.

Zur Aufzucht bewohnt sie ein kleines Becken, das mit Küchenkrepp ausgelegt ist. Als Unterschlupf dient eine leere, der Länge nach halbierte Papprolle. Zum Klettern sind einige dünne Äste vorhanden, die aber bisher nicht genutzt wurden. Evtl. sind sie auch zu dünn, ich werde sie zum testen gegen etwas stabilere Zweige austauschen.
Sowohl Krepp als auch Papprolle werden ständig erneuert, so daß es im Terrarium immer sauber ist und sich durch Verschmutzung mögl. keine schädl. Keime ansammeln.

Unterseite

am 0307

Wie man auf den Fotos (rechts) sieht, ist sie kein Futterverächter. Sie bekommt im Abstand von 5 Tagen Stinte angeboten, von Zeit zu Zeit auch eine Babymaus. Alles wird bereitwillig gefressen. - Das Futter wird mit  KORVIMIN angereichert. 
Dieses Weibchen verhält sich doch etwas anders als mein erstes. Es ist sehr viel draußen und liegt sehr gern unter der Lampe, um sich zu sonnen. Auch nachts ist diese Natter häufig außerhalb des Verstecks zu sehen (
Foto etwas höher, links). Ich hoffe, daß es so bleibt und sie sich später auch weiterhin so gern außerhalb des Verstecks aufhalten wird.

Th.marcianus het
Th.marcianus

Da sich mein Bestand an Th. marcianus rasch erweiterte, habe ich die folgenden Seiten aufgeteilt. Berichte zu den adulten Nattern und den Jungtieren stehen auf getrennten Seiten, ebenso die Albinos und in Zukunft auch die Nachzuchten. Bisher gibt es folgende Seiten:

Das adulte Paar, normal gefärbt
Die Jungtiere, normal gefärbt und heteroz. für anerythristic
Die Albinos und heteroz. für albino
Nachzucht 

 

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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