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Thamnophis radix 

Prärie-Strumpfbandnatter


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radix 4.07.01 Thamnophis radix ist von Süd-Kanada bis in den mittleren Teil der USA verbreitet. Sie ist tagaktiv und bewohnt feuchte, offene Gebiete, also Wiesen uns Weiden. Oft ist sie in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. Die Natter erreicht Größen zwischen 45 und 100cm. Sie hat eine breiten Rückenstreifen, der meist hellgelb bis orange gefärbt ist. Sie Seitenstreifen sind hellgelb. Die Seitenstreifen sind dunkel gepunktet.

Haltung im Terrarium: Die Prärie-Strumpfbandnatter gilt als recht friedfertige Schlange, die im Terrarium recht zahm werden kann. Das Terrarium soll die übliche Ausstattung erhalten, die besten Temperaturen liegen bei 26° C. Ein Wasserschale darf nicht fehlen. Thamnophis radix gilt als sehr anpassungsfähig.
Eine Winterruhe sollte den Tieren ermöglicht werden, dabei sollte man die Temperaturen der Herkunftsgebiete beachten.

Futter: Lebendfisch und Stinte, Babymäuse, Jungtiere fressen gern Regenwürmer.

Zucht: wie alle Thamnophis-Arten ist auch Th. radix lebendgebärend. Nähere Daten folgen, wenn ich einmal das Glück haben werde, Nachzuchten zu erhalten.

Erfahrungen: Neben drei semiadulten radix halte ich drei Jungtiere dieser Art. Die älteren Tiere schienen zunächst Männchen zu sein. Nach dem Sommer haben sie sich aber sehr entwickelt und es ist möglich, daß es sich um 1.2 handelt. Ich habe das aber noch nicht genau geprüft. Die Jungetiere entdeckte ich zufällig auf einer Börse. Es waren Nachzuchten aus 2000, die dort vom Züchter angeboten wurden. Es handelte sich um verschiedene Würfe, so daß ich mir ein Männchen aus Mai und zwei Weibchen aus Juni 2000 kaufte. Die Tiere sind sehr schön gezeichnet. Eine der Nattern hat einen kräftigen orangefarbenen Rückenstreifen, eine weitere hat ebenfalls eine orange Zeichnung, diese ist aber nicht so stark ausgeprägt.

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radix01 Vom ersten Tag an waren diese drei Schlangen recht ausgeglichen. Sie nahmen bereitwillig Futter an und häuteten sich problemlos. Nach der Quarantäne bezogen sie zunächst ein kleines Terrarium, daß mit Buchenspänen als Substrat, mehreren Korkstücken, künstlicher Pflanze und Steinen ausgestattet war. Die größeren Steine sind miteinander verklebt und bilden so gute Versteckmöglichkeiten, ohne eine Gefahr für die Tiere darzustellen.

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Die ersten Tage in ihrem neuen Reich verliefen ohne Probleme. Tagsüber sonnten sie sich gern auf den großen Steinen. Allerdings zeigten sie dabei noch etwas Scheu, sobald sie bemerkten, daß man in das Terrarium sah, verschwanden sie schnell in ihren Verstecken.
radix02 Beobachten konnte ich, daß sie alle vorhandenen Verstecke ausprobierten und wie sie sich häufig in den Spänen vergruben.

Zur ersten Fütterung ließ ich sie in ihrem Becken. Es kam dabei zu keinen Streitigkeiten. Jede Schlange zog mit ihrer Beute in ein sicheres Versteck und fraß ohne Störung oder Streit. Selbstverständlich habe ich sehr genau aufgepasst und hätte, wenn nötig, sofort eingegriffen und die Tiere getrennt.

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Nach alldem, was ich mit meinen neu erworbenen Th. s. parietalis an Problemen erlebt hatte, war ich über diese drei Th. radix jeden Tag aufs Neue erfreut.  Die Tiere lebten sich schnell ein. Sie kannten bald jeden Winkel ihres Terrariums, was sie mich auch immer wieder spüren lassen. Sobald ich ans Terrarium trete, sausen alle drei in ihre Verstecke. Die erste kommt aber bald wieder hervor - die Neugier siegt. Die zwei anderen sind etwas scheuer und warten eine ganze Zeit, bis sie ihre Näschen aus der Korkhöhle oder aus dem Substrat stecken.
Bei den Fütterungen gibt es nach wir vor keinerlei Probleme. Die drei Th. radix fressen problemlos ihre Stinte und verbeißen sich nicht, auch wenn mitunter zwei Schlangen nach dem gleichen Fisch schnappen. Dennoch passe ich immer genau auf, wenn ich meine Strumpfbandnattern füttere. Ich möchte keine böse Überraschung erleben und ein Tier durch Verbeißen verlieren.

Th.radix in 04/01 Meine 'großen' Th. radix machten eine Winterruhe bei eingeschränkten Temperaturen, d.h. die Temperatur wurde auf etwa 16-18° C gesenkt. Die Tiere zogen sich von Ende Dezember bis Mitte Februar zurück und zeigten während dieser Zeit kein Interesse an Futter.

Nach der Winterruhe bezogen sie ein größeres Terrarium (Foto links) und waren bald wieder in bekannter Weise aktiv.

Die Tiere sind gute Fresser, die ohne Probleme Stinte und lebende Fische fressen. Tagsüber liegen sie gern auf den Pflanzen, um sich zu sonnen.

In dem Terrarium war ein UV-B-Röhre installiert, was bei den Thamnophen zu einer deutlichen Verstärkung der Farben führt. Erst war ich skeptisch, aber nach Rücksprache mit Züchtern wurde meine Beobachtung bestätigt. Ich kann wirklich jedem empfehlen, die Schlangen unter UV-B zu halten, es lohnt sich. 

Jetzt, Mitte September, ist es draußen ziemlich abgekühlt. Die Strumpfbandnattern zeigen nicht mehr den gewohnten Appetit und ich vermute, daß sie sich auf die Winterruhe vorbereiten. Ob dies der Fall ist, werde ich weiterhin berichten.

- Fortsetzung hier -

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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