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Thamnophis s. sirtalis Florida-blue

Florida Strumpfbandnatter


(Die Fotos dieser Seite sind per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)

Thamnophis s.sirtalis Florida-blue stammt, wie der Name schon sagt, aus Florida. Die Weibchen erreichen Grüßen um 100cm, die Männchen bleiben deutlich kleiner. Die tagaktive Schlange gilt als etwas scheu und mitunter leicht aggressiv. 

fb ?

Die Florida-blue (FB) wird sehr häufig im Handel und bei privaten Züchtern angeboten. Schaut man sich die Tiere einmal an, muß man jedoch fast immer feststellen, daß es sich nicht um Florida-blue handelt, sondern um 'normale' Th. sirtalis sirtalis.
Durch ihr schönes blaues Aussehen ist sie in der Terrarienhaltung sehr beliebt, allerdings gibt es nicht viel reine Tiere. Ob das Tier auf den Fotos eine echte FB ist, muß auch bezweifelt werden. Es hat zwar einen Blauanteil, aber dieser müßte bei einer echten FB eigentlich wesentlich höher sein.

s. sirtalis FB

 

FB3_1709.jpg (37806 Byte) Das Terrarium sollte für 3 Tiere eine Größe von 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Ein Wasserbecken ist erforderlich, da die Tiere gern schwimmen. Der Bodengrund im Terrarium selbst muß trocken sein. Bei zu feuchter Haltung leiden die Schlangen sehr schnell an Pilzinfektionen. - Als Substrat kann man verschiedene Materialien verwenden, es sollte aber keine Erde oder erdhaltiges Material sein. Buchenspäne (Räucherspäne) haben sich sehr gut bewährt.
Eine Klettermöglichkeit muß geboten werden und Bepflanzung ist ratsam (kann auch künstlich sein). Als Unterschlupf eignet ich ein Stück Kork oder ein umgedrehter, mit Einschlupfloch versehener Blumentopf. Die Temperaturen im Terrarium sollen tagsüber 26-28° C betragen, nachts um 23°C. 

Futter: junge Schlangen dieser Art werden etwa alle 5-6 Tage gefüttert. Adulte Tiere erhalten einmal in der Woche eine ausgiebige Mahlzeit. Gefressen wird ganzer Fisch, Fischstreifen, Stint, nackte Mäuse etc.; adulte sirtalis nehmen auch größere Mäuse, sog. Springer.
Zur Mineralstoff- und Vitaminversorgung stäubt man das Futter bei jeder 2. Fütterung mit Korvimin ZVT oder einem ähnlichen Mittel ein.

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Das Beutetier wird entweder an einem Körperende aufgenommen oder in der Körpermitte. Die Schlange schiebt es dann mit einer Art kauender Bewegungen seitwärts, bis sie die Beute schlucken kann. Meistens wird das Futter mit dem Kopf voran geschluckt.

Zucht: Thamnophis sind lebend gebärende Schlangen. Die Paarung erfolgt im Frühjahr, nach vorangegangener Winterruhe. Es werden 10-12 Junge geboren, die getrennt von den Elterntieren aufgezogen werden.

FB1_1609.jpg (21865 Byte) Erfahrungen: Meine zwei Weibchen sind Nachzuchten aus 1999. Sie sind echte Florida-blue und heterozygot für Albino. Mein Ziel wird es in den kommenden Jahren also sein, albinotische Florida-blue zu züchten. Das wird sicher eine spannende Sache werden.
Vom Umgang her waren die beiden Thamnophen während der ersten Tage einwandfrei zu handeln. Das kann natürlich an der neuen Umgebung liegen, aber ich bin ja zuversichtlich. - Jedenfalls verbrachten sie die ersten Tage damit, sich in aller Ruhe zu sonnen. Das erste Futter wurde ohne zu zögern angenommen, wie man auf dem Foto etwas höher sehen kann.
wer stört? Tatsächlich stellte sich bald heraus, daß zumindest eine der beiden Weibchen etwas ungestüm ist. Sie liebt Störungen absolut nicht und verteidigt ihr Terrarium recht eindrucksvoll ... erst ein Blick aus dem Versteck, dann wird zum Angriff angesetzt ... ist die Hand nicht schnell genug verschwunden, gibt es zur Strafe einen Biss (der ist allerdings nicht weiter schmerzhaft).

FB 22.09.

Neugier

am 07.10.01 Nun dürften sich die beiden Florida-blue eingewöhnt haben, sie sind jetzt gute vier Wochen hier. Sie sind nach wie vor recht aufmerksam und beobachten ganz genau, was vor dem Terrarium passiert. Meistens ist es jetzt so, daß die eine auf der linken Seite oben auf der Korkröhre liegt, die andere auf der rechten Seite hinter dem großen Stein oder auf dem dicken Ast. Diese Eigenart mache ich mir derzeit bei der Fütterung zu nutze. Jede bekommt ihre Maus direkt vor die Nase platziert. So kommt es zu keinen Streitigkeiten (bisher).

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Auf der Reptilien-Börse in Springe/Hannover erwarb ich ein kleines Männchen der Florida-blue, NZ 06/01. Es war ein sehr schönes Tier, das allerdings ein wenig Probleme machte. Zu Hause angekommen war er apathisch und ich ging davon aus, daß er etwas ausgekühlt und gestresst vom Transport wäre. Ich setzte ihn in ein kleines Terrarium und stellte ihm frisches Wasser hin.

Beim Einsetzen rollte er sich mehrfach seitwärts. was mich doch sehr nachdenklich machte. Hoffentlich ging alles gut! Abends und nachts schaute ich einige male wieder nach der kleinen Schlange. Sie lag regungslos da, einmal sogar auf dem Rücken. 
Am nächsten Morgen war sie tot. Ich unterrichtete den Züchter von dem Vorfall. Er meinte, es wäre wohl der Stress gewesen ... er will das Tier aber ersetzen. 

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(Die Fotos entstanden, als das Tier bereits tot war. Leider ist das zuvor sehr kräftige blau nicht so gut zu erkennen)

Fazit zunächst: Börsenkäufe sind bestens zu überlegen! Zum Glück ist mir in diesem Fall der Name des Züchters bekannt, aber meistens kennt man den nicht und man steht dann hinterher mit einem dummen Gesicht und mit einem toten Tier in der Hand da. 

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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