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Thamnophis sirtalis parietalis

Rotseitige Strumpfbandnatter


Welt Verbreitungsgebiet der 
häufigsten Arten der 
Thamnophis sirtalis

(Die Fotos dieser Seite sind per Mausklick in Vergrößerung zu sehen.)

 

Thamnophis Die Rotseitige Strumpfbandnatter ist in fast ganz USA verbreitet. Sie bewohnt daher verschiedene Biotope, so daß die Herkunft bei Wildfängen erfragt werden muß, damit man in der Haltung keine Fehler macht. - Die Geschlechter erkennt man bei geschlechtsreifen, gleich alten Tieren an der Größe (Weibchen sind größer) und an der Kopfform (die Weibchen haben breitere und wuchtigere Köpfe). Der Schwanz macht bei Weibchen etwa 20-22% der Körperlänge aus, bei Männchen sind es 25% und mehr. Auch geht der Schwanz der Männchen hinter der Kloake allmählich spitz zu, wohingegen der der Weibchen hinter der Kloake bereits eine Art 'Absatz' erkennen läßt und sich rascher verjüngt.
Bei Jungtieren sind diese Merkmale noch nicht sehr stark ausgeprägt, so daß man hier genau aufpassen sollte. Man kann die Strumpfbandnattern auch sondieren, allerdings halte ich nicht viel von dieser Methode - zu viele Tiere wurden dabei schon verletzt und somit steril.
Die Rotseitige Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis parietalis) wird häufig im Handel angeboten. Diese schönen Tiere erhalten wir leider, wie fast alle im Handel erhältlichen Thamnophis, meistens als Wildfänge. Die Wildfänge sind meistens mit Parasiten belastet und müssen unbedingt eine angemessene Zeit in einem Quarantäne-Becken beobachtet (und behandelt) werden. - Daher ist es ratsam, seine Tiere als Nachzuchten bei einem Züchter zu erwerben.  Thamnophis8 Thamnophis5

Auf diesen Fotos ist die rote Zeichnung sehr gut erkennbar.

Das Terrarium sollte für 3 Tiere eine Größe von 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Für diese Art ist ein Wasserbecken erforderlich, da die Tiere gern schwimmen. Allerdings soll der Bodengrund im Terrarium entgegen landläufiger Meinung nicht feucht sondern trocken sein. Bei zu feuchter Haltung leiden die Schlangen sehr schnell an Pilzinfektionen. - Als Substrat kann man verschiedene Materialien verwenden. Buchenspäne (Räucherspäne) haben sich sehr gut bewährt. - Ich verwende runde Kiesel und flache Bachsteine. 
Eine Klettermöglichkeit muß geboten werden und Bepflanzung ist ratsam (kann auch künstlich sein). Als Unterschlupf eignet ich ein Stück Kork.

Thamnophis1 Auf diesen beiden Fotos (links und rechts) sieht man, daß das Wasserbecken mit Moos ausgelegt wurde. Das ist falsch (!), da sich in dem Moos Keime sammeln können. Das Wasserbecken soll also höchstens einige Steine enthalten. Das Wasser selbst muß täglich erneuert werden, bei Verschmutzung auch häufiger!

Hygiene ist in der Haltung von Strumpfbandnattern sehr wichtig, da die Tiere sich leicht durch Futtertiere an Krankheitskeimen infizieren.
Ansonsten gelten sie als gute Pfleglinge, die im Terrarium ein Alter von 12 Jahren erreichen können.

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Die Temperatur beträgt etwa 27°C am Tage und 21-23°C in der Nacht. Auf der Seite des Wasserbeckens ist die Temperatur etwas niedriger. Geheizt wird zur Zeit über die Beleuchtung und mittels einem schwachen Heizkabel (16W).

Die Tiere halten sich zwischendurch recht gern im Wasser auf. Ansonsten liegen sie gern auf den Kletterästen oder sie durchstreifen das Terrarium. 

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Futter: junge Schlangen dieser Art werden etwa alle 5-6 Tage gefüttert. Adulte Tiere erhalten einmal in der Woche eine ausgiebige Mahlzeit. Gefressen wird ganzer Fisch, Fischstreifen, Stint, nackte Mäuse etc.
Zur Mineralstoff- und Vitaminversorgung stäubt man das Futter bei jeder 2. Fütterung mit Korvimin ZVT oder einem ähnlichen Mittel ein.
Interessant bei der Fütterung ist, daß eine Thamnophis mit Beute im Maul sich blitzschnell von den anderen Schlangen entfernt und sich sofort wegdreht, taucht ein Artgenosse in der Nähe auf. Dann wird das Futtertier verschluckt und die Suche nach neuer Beute wird wieder aufgenommen. - Das Beutetier wird entweder an einem Körperende aufgenommen oder in der Körpermitte. Die Schlange schiebt es dann mit einer Art kauender Bewegungen seitwärts, bis sie die Beute schlucken kann.

Zucht: Thamnophis sind lebend gebärende Schlangen. Die Paarung erfolgt im Frühjahr. Es werden meist um die 20 Junge geboren, häufig sogar mehr. - Genaue Angaben folgen, sobald sich hier Nachwuchs einstellt, also evtl. im kommenden Jahr.

Erfahrungen: Wie ich oben bereits erwähnte, war meine gut gemeinte Idee, das Wasserbecken mit Moos auszulegen, falsch. Kurz nachdem die Fotos (s.o.) entstanden waren, nahm ich das Wasserbecken aus dem Terrarium. Oh je, es roch heftig ... also das ganze ab in die Biotonne.
Der Behälter wurde gründlich ausgewaschen und kam, gefüllt mit frischem Wasser, zurück ins Terrarium. Jetzt wird zwar täglich das Wasser gewechselt, aber so ein unangenehmer Geruch war nicht mehr festzustellen!
Inzwischen haben sich die drei Thamnophen eingelebt. Sie sind ruhiger geworden, was aber nicht heißt, daß sie inaktiv wären. Sie schlängeln 'mal hier, 'mal dort - oder sie ruhen auf einem Ast oder auf und in den Grünpflanzen. - Sobald man sich dem Terrarium nähert, schauen sie gespannt, was wohl passiert. Dabei geht die Atmung ruhig, so daß ich daraus schließe, daß es sie nicht weiter aufregt - sie sind nur neugierig.
Anders ist es allerdings bei Fütterung. Sobald ich mit der Dose Stinten erscheine, erkennen sie sofort was los ist. Dann kommt Unruhe in die Tiere. Sie begeben sich zur Frontscheibe und warten mit emporragenden Hälsen und Köpfen. Es sieht jedes Mal sehr lustig aus. Ich muß dann immer an Erdhörnchen denken, wie diese neugierig aus ihren Erdhöhlen schauen...  während ich die Stinte aus der Dose nehme und auf den Futterteller lege, beobachten die drei Gesellen meine Hände genau. Wenn ich dann mit der Hand zum Terrarium greife, um die Tür zu öffnen, weichen sie ein wenig zurück - als wenn sie sagen wollten: "komm, stell hin, wir haben Hunger!" Interessant ist auch, daß meine T. sirtalis p.  das eingestäubte Futter sehr gern mögen. Sie suchen geradezu nach den Brocken, die am meisten Vit.-Mineralien abbekommen haben. Dazu wird dann auch schon einmal ein Stint von ganz unten herausgezogen.
Beim Fressen muß man die Tiere allerdings beobachten. Die ersten zwei Fütterungen waren unproblematisch. Sobald eine Schlange ein Futtertier erwischt hatte, zog sie sich entweder schnell zurück oder (bei Begegnung mit einer anderen Schlange) reckte den Hals weit nach oben, so daß die andere Schlange nicht stören konnte und die Reaktion auch akzeptierte. - Bei der folgenden Fütterung war das nicht mehr so harmonisch. Eine Schlange hatte ihren Stint gepackt, da kam eine andere und wollte diesen Stint ebenfalls. Die erste schnellte nicht weg wie sonst. Da packte die Zweite zu und erwischte nicht den Stint, sondern die Schlange. Sie ließ nicht los und so begannen beide Tiere zu ziehen. Selbstverständlich griff ich ein. Ich nahm das zappelnde Knäuel schnell aus dem Terrarium. Da ließ die überbeißende Schlange sofort los. Ich setzte sie zurück. Beide Tiere waren am Kopf verletzt und bluteten etwas. Sie fraßen aber weiter. Nach einigen Minuten passierte das Gleiche, allerdings griff ich sofort ein und auch diesmal ließen die Tiere sofort voneinander. Beim zweitenmal ging es unblutig ab. - Die Verletzungen waren nicht schlimm, aber man sieht daran, daß man die Tiere bei gemeinschaftlicher Fütterung nie aus den Augen lassen darf.
Ich trenne meine Thamnophen zur Fütterung nicht. Ein Vorfall, wie gerade beschrieben, ereignete sich bisher nie mehr. Allerdings werde ich auch in Zukunft immer aufmerksam vor dem Terrarium wachen, wenn die Schlangen fressen.

am 12.07.00 Zum Umgang mit meinen Thamnophen muß ich sagen: sie sind sehr friedlich. Entgegen häufiger Meinungen, die besagen, die Tiere wären angriffslustig, kann ich nur sagen: meine nicht. Sie sind sehr aufmerksam, wie erwähnt. Aber von Angriff keine Spur. Arbeitet man im Terrarium, so beobachten sie genau, aber immer aus sicherem Abstand (4-5cm). Sie weichen zurück beim Einstellen des Wasserbeckens oder beim reinigen - aber nie aus Scheu! Immer wollen sie sehen, was passiert.
Ich gebe zu, so viel Spaß wie ich mit diesen drei Schlangen habe, hätte ich mir nicht erträumt. Sie sind wirklich nette, aktive Schlangen und zu empfehlen - zumindest so zahme Tiere, wie es meine sind.

 

Winterruhe: Etwa Anfang Oktober bemerkte ich, daß meine Strumpfbandnattern ruhiger wurden. Sie waren tagsüber nicht mehr immer zu sehen. Ich dachte an Winterruhe. So wurde die kleine Zusatz-Wärmelampelampe ausgeschaltet und die tägliche Beleuchtungszeit Schritt für Schritt auf 8 Stunden reduziert. Die Schlangen hielten sich in den folgenden Wochen bis auf wenige Ausnahmen nur noch im Versteck auf. Ich störte sie nicht, wechselte aber weiterhin täglich, bzw. im 2-Tages-Rythmus das Wasser. 
Anfang Dezember zeigten sich die parietalis wieder häufiger. Ich wollte die Beleuchtung wieder schrittweise auf die gewohnte Zeit regeln, aber da verschwanden die Tiere wieder in Ihrem Versteck. So weitete sich die Winterruhe dann noch aus bis Ende Februar. Dann regelte ich die Beleuchtung wieder schrittweise auf die gewohnte Zeit von 12 Stunden. Jetzt wurde auch wieder gefressen.

- weitere Erfahrungen hier -

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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