zu Thamnophis

Thamnophis sirtalis sirtalis, melanistisch

Gewöhnliche Strumpfbandnatter, schwarz


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Die Angaben zu Terrarium und Zucht sind mit der normal gefärbten Art identisch. In der Futtergabe der Jungtiere unterscheiden sie sich allerdings ein wenig. So erhalten junge melanistische Th. s.sirtalis alle 5-6 Tage Futter. Das ist wichtig, da sich diese Tiere leicht überfressen können, was zum Tode führen kann.

thamnophis 01.10.00 Erfahrungen: Meine erste Thamnophis sirtalis sirtalis war ein melanistisches Weibchen, eine NZ 2000. Das passende Männchen ist leider verstorben. Dieses Weibchen ist auffällig, weil es an jeder Seite hinter dem Kopf eine kleine weiße Linie ziert. 
Diese Schlange ist völlig friedlich und sehr neugierig. Sie zeigt sich jeden Morgen, wenn ich am Terrarium vorbeigehe und reckt mir ihren Hals entgegen.

Zu Beginn bewohnte sie ein kleines Becken, ausgelegt mit Küchenkrepp. Als Unterschlupf dienten zwei Korkstücke. Ein Wassernapf war vorhanden, ebenso ein kleiner Futternapf, in dem alle 3-4 Tage das Futter gereicht wurde (Stücke von Stint oder Rinderherz). Allerdings hat sie oft lebende kleine Fische bekommen, eigentlich immer, wenn ich welche auftreiben konnte. - Wichtig bei den kleinen Strumpfbandnattern ist die Zugabe von Vitaminen und Mineralien. Nach Züchteranweisung bekam meine kleine Schlange bei jeder Fütterung etwas von diesem Mittel über das Futter gestreut. Bei lebendem Fisch gab ich ein wenig davon ins Wasser, so nahm die Natter beim fangen des Fisches auch etwas auf.

Eine Winterruhe machte die junge Schlange im ersten Jahr noch nicht. Die Gefahr, daß sie das nicht überleben könnte war einfach zu groß. Sie bezog im späten Frühjahr 2001 ein etwas größeres Terrarium, daß mit einer dünnen Schicht Buchenspänen ausgestattet war. Die Verstecke bildeten weiterhin ein Korkstück und einige Papprollen.

thamno1310

30.07.01

Th_mel1 Zu meiner großes Freude konnte ich im Sommer zwei Zuchtweibchen übernehmen. Die Tiere sind ein wahrer Traum! Jetzt muß es mir noch gelingen, ein oder zwei passende Männchen zu bekommen, dann wäre die Gruppe perfekt.
Meine beiden Damen hatten kurz vor der Übernahme Junge geworfen und mußten entsprechend aufgebaut werden. Trächtigkeit und Geburt schwächt die Mütter erheblich.

Th_melan.

Auf Züchterrat erhielten sie nun alle 3 Tage gutes Futter. Bisher hatte ich es nie gewagt, aber ich erhielt den Rat, den beiden Nattern auch größere Mäuse als Babys zu füttern. Das versuchte ich natürlich ... und mit gemischten Gefühlen. Irgendwie fehlte mir die Vorstellungskraft, daß die Strumpfbandnattern auch behaarte Mäuse fressen können. Ich wagte es, und siehe da, es klappte! Die Mäuse verschwanden zügig im Magen der Nattern. Ich muß gestehen, ich war beeindruckt. Da meine Stint-Vorräte aufgebraucht waren und es zu der Zeit gerade keine im Handel gab (warum trifft es immer mich?), besuchte ich einmal wieder unseren Fischwirtschaftsbetrieb hier in der Nähe. Einer der Fischereimeister ging (extra für mich und meine Schlangen) zum See. Er kam zurück mit den Worten: "Ich habe mal ein wenig gekeschert, sind 28 Stück. Richtig so?"  Und wie richtig das war! Gut verpackt und mit Sauerstoff versorgt, brachten wir die Fische nach Hause. Meine Neugier auf die Reaktion der Nattern war groß und ich suchte zunächst die zwei kleinsten Fische aus, um sie den Thamnophis zu bringen. 
Die Fische ins Wasserbecken gesetzt, wartete ich, was passierte. Nun, es dauerte nicht lange und die erste schwarze Dame erschien. Sie züngelte kurz und wußte sofort, daß da etwas Leckeres zu holen war. Geschickt schnappte sie sich einen der Fische. Nun kam auch die zweite Schlange heran. Sie wollte der anderen die Beute abjagen, da griff ich schnell ein. Ich nahm die Schlange aus dem Terrarium und setzte sie in eine Box, einen der Fische dazu. Auch sie schnappte sich den Fisch sofort. - Beide Schlangen fraßen jeweils drei der gar nicht so kleinen Fische und hätten vielleicht noch mehr genommen, aber ich wollte es nicht übertreiben. Immerhin hatten sie nun ganz frisches Futter bekommen - direkt aus dem See in den Bauch, was kann man besseres tun? - Die restlichen Fische legte ich unverzüglich auf Eis. So hatte ich einen kleinen Vorrat an bester Kost für meine Lieblinge.
Th_mel im Versteck Hier schaut eines der Tiere aus dem Versteck (Foto links) und harrt der Dinge, die da passieren - oder auch nicht passieren.
Auf dem rechten Foto sieht man meine zwei Damen, wie sie täglich zu sehen sind. Immer müssen sie neugierig schauen, was ich tue. Es ist einfach herrlich mit diesen beiden Strumpfbandnattern. Daher widme ich diesen Tieren eine eigene kleine Geschichte.

Während der Häutung verfärben sich die Augenschilde (Foto links) aller Schlangen. Sie werden milchig-trübe. In dieser Phase sieht eine Schlange nur sehr schemenhaft, zeitweise sieht sie nichts. Verständlicherweise ziehen sich die Tiere zum Schutz dann gern zurück. Man sollte sie dann nicht stören. Es muß auch immer damit gerechnet werden, daß eine Schlange während der Häutung nach ihrem Pfleger schnappt und zubeißt. Sie ist aber nicht aggressiv, sondern sie versucht sich zu schützen, da sie ja nicht sehen kann.

Th_melan.
Th_melan. in Häutung

Th_melan. in Häutung

Auf diesen Fotos (oben und links) sind beide Schlangen in der Häutung. Die eine ist gerade am Anfang - die andere ist kurz davor, das Natternhemd abzustreifen.
23.07.01 Zwischenzeitlich gab es einmal Probleme zur Fütterungszeit. Beide Nattern waren äußerst nervös, bevor ich sie aus dem Terrarium nahm. Die eine schnappte sogar nach der anderen. Sie wurden dann getrennt gefüttert, wie immer. Zwischenzeitlich reinigte ich das Terrarium, auch wie immer. Nach dem Füttern sollte es zurück ins saubere Becken gehen, aber da begannen beide Tiere sofort, sich gegenseitig zu beißen. Sie packten sich letztendlich an den Kiefern. Vorsichtig nahm ich die Tiere heraus und brachte sie zum  Wasserhahn. Erst unter einem Wasserstrahl ließen die Beiden los.

30.07.01

Die Nattern wurden über nacht getrennt untergebracht. Am nächsten Tag badete ich beide und versuchte erneut, sie zusammenzusetzen. Es klappte wieder nicht. Also wartete ich weitere zwei Tage. Dann setzte ich jede Schlange in eine Box mit etwa 5cm warmem Wasser und ließ sie dort für 10 Minuten. Das Terrarium gestalte ich ein wenig um, nicht viel, aber immerhin ... dann ein weiterer Versuch. Ich nahm die Tiere aus den Boxen und setzte sie ins Terrarium. - nichts geschah, sie waren wieder völlig friedlich.
Natürlich ließ mich dieser Vorfall nicht untätig sein. Ich suchte gezielt nach weiteren Informationen und erfuhr, daß dieses Verhalten bei den melanistischen Sirtalis fast normal war. Diese Art ist recht unverträglich untereinander, wenn es um Fressen geht. Bisher hatte ich also eher Glück gehabt, daß es zu keinen Zwischenfällen gekommen war. - Für mich steht fest, daß ich dieses Erlebnis nicht noch einmal will. Also änderte ich die Art der Fütterung. Von nun an setzte ich beide Nattern zum Fressen in separate Boxen. Nach dem Fressen kommen beide getrennt in ein Bad mit viel warmem Wasser, bleiben dort ca. 5 Minuten und werden dann ins Terrarium zurückgesetzt. Ich hoffe, daß diese Methode nicht zu viel Stress bedeutet, aber bisher ging alles gut.

 

- Fortsetzung hier -

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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