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Thamnophis sirtalis sirtalis

Gewöhnliche Strumpfbandnatter


Welt Verbreitungsgebiet der 
häufigsten Arten der 
Thamnophis sirtalis

 

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Thamnophis sirtalis (gewöhnliche Strumpfbandnatter) ist in Nordamerika zu Hause. Dort ist sie die am häufigsten anzutreffende Schlange. Sie ist überwiegend tagaktiv, in warmen Nächten findet man aber auch aktive Tiere. Man unterscheidet derzeit 12 Unterarten: Th.s. annectens, Th.s. concinnus, Th.s. dorsalis, Th.s. fitchi, Th.s. infernalis, Th.s. pallidulus, Th.s. parietalis, Th.s. pickeringii, Th.s. semifasciatus, Th.s. similis, Th.s. sirtalis und Th.s. tetrataenia. Dazu kommen noch einige natürliche Farbformen, wie z.B. die bekannte Th.s. sirtalis Florida-blue.
Die Gewöhnliche Strumpfbandnatter ist aufgrund ihres großen Verbreitungsgebietes sehr anpassungsfähig und bewohnt, je nach Art, die unterschiedlichsten Habitate. 

Th.sirt.sirtalis Thamnophis sirtalis sirtalis bewohnt fast den gesamten Bereich der östlichen USA, von Süd-Kanada bis Florida. Daher wird sie auch als Östliche Strumpfbandnatter bezeichnet. 
Sie erreicht Größen bis ca. 120cm (Weibchen) und gilt als tagaktiv.

Kopf

Thamnophis sirtalis sirtalis wurde 1963 in den Niederlanden erstmals in Gefangenschaft nachgezüchtet. Heute wird diese Art sehr häufig in den Terrarien gepflegt und gilt als recht umgänglich. Aufgrund ihrer Aktivzeiten am Tage ist sie eigentlich immer gut zu beobachten. 

s. sirtalis FB Th.s. sirtalis kommt in der Natur neben der bekannten Zeichnung auch als Albino, als Schwärzling (melanistisch), in unterschiedlich intensivem Rot und in der blauen Unterart, der Florida-blue vor. 
Die Florida-blue lebt in Florida und ist keine Farbzucht! Für mehr Informationen zu dieser Unterart bitte hier klicken.

Sehr interessant ist auch die schwarze Farbform der Th. s. sirtalis. Zu dieser melanistischen Form gibt es hier weitere Infos und einen genauen Haltungsbericht.

sirtalis sirtalis

Das Terrarium sollte für 3 Tiere eine Größe von 80x50x50cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Für diese Art ist ein Wasserbecken erforderlich, da die Tiere gern schwimmen. Allerdings muß der Bodengrund im Terrarium selbst trocken sein. Bei zu feuchter Haltung leiden die Schlangen sehr schnell an Pilzinfektionen. - Als Substrat kann man verschiedene Materialien verwenden, es sollte aber keine Erde oder erdhaltiges Material sein. Buchenspäne (Räucherspäne) haben sich sehr gut bewährt.
Eine Klettermöglichkeit muß geboten werden und Bepflanzung ist ratsam (kann auch künstlich sein). Als Unterschlupf eignet ich ein Stück Kork oder ein umgedrehter, mit Einschlupfloch versehener Blumentopf. Die Temperaturen im Terrarium sollen tagsüber 26° C betragen, nachts um 23°C. Eine Winterruhe ist erforderlich.

sirtalis Futter: junge Schlangen dieser Art werden etwa alle 5-6 Tage gefüttert. Adulte Tiere erhalten einmal in der Woche eine ausgiebige Mahlzeit. Gefressen wird ganzer Fisch, Fischstreifen, Stint, nackte Mäuse etc. 
Adulte sirtalis nehmen auch größere Mäuse, sogen. Springer. Zur Mineralstoff- und Vitaminversorgung stäubt man das Futter bei jeder 2. Fütterung mit Korvimin ZVT oder einem ähnlichen Mittel ein. fressen 1 fressen 2
Das Beutetier wird entweder an einem Körperende aufgenommen oder in der Körpermitte. Die Schlange schiebt es dann mit einer Art kauender Bewegungen seitwärts, bis sie die Beute schlucken kann. Meistens wird das Futter mit dem Kopf voran geschluckt.

Zucht: Thamnophis sind lebend gebärende Schlangen. Die Paarung erfolgt im Frühjahr. Es werden bis zu 20 Junge geboren. - Mein Weibchen gebar im ersten Jahr 12 Jungtiere, davon lebten 10 (2 Nattern schafften es nicht aus der Eihülle). Da ich die Mutterschlange bereits trächtig erwarb, kann ich über Paarung und die Trächtigkeit selbst noch keine genauen Angaben machen. Diese Daten folgen, sobald sich eigener Nachwuchs einstellt. 

Th_sirt. sirtalis Erfahrungen: Mein erstes Weibchen der Thamnophis sirtalis sirtalis bekam ich im Mai 2001. Es handelte sich um ein WF-Tier, daß erst kurz zuvor importiert worden war. Später folgte noch eine Florida-blue und ein weiteres Weibchen und zwei Männchen (im Tausch gegen andere Tiere). Die Schlangen wurden zunächst einige Wochen unter Quarantäne-Bedingungen gehalten. Während dieser Zeit ließ ich zwei Kotuntersuchungen im Abstand von ca. 2 Wochen durchführen. Bei der ersten war der Befund nicht ganz sicher, daher bekamen die Nattern vorsorglich ein Mittel vom Tierarzt verabreicht. Die zweite Untersuchung war dann absolut in Ordnung.

Natürlich nutzte ich die Quarantänezeit,  um die Tiere intensiv zu beobachten. Ich hielt die Männchen und die Weibchen in getrennten Boxen und hatte den Eindruck, daß die Männchen etwas ruhiger waren als die weiblichen Tiere. Allerdings war das Füttern der Weibchen problemlos. Sie konnten immer in ihrer Box bleiben und es kam nie zu Streitigkeiten. Die Männchen waren ein wenig wählerisch und langsam beim fressen, daher wurden sie immer separiert, wenn es ans Füttern ging.
In Bezug auf Häutungen machte keines der Tiere bisher Probleme. Alle streifen ihre alten Natternhemden in einem Stück ab, der gesamte Häutungsprozess verläuft recht zügig.

Th.sirt.sirt.
s.sirtalis Babies
Die Strumpfbandnattern werden im Juli ihr Terrarium beziehen. Mein als erstes erworbenes Weibchen bleibt evtl. länger in separater Haltung, da sie einen sehr kräftigen Eindruck macht und der Verdacht einer Trächtigkeit besteht. Sie hat zudem bei der letzten Fütterung keine Nahrung angenommen. Auch das kann ein Hinweis auf das Ende einer Trächtigkeit sein.
Und so war es auch. Am 20. Juli wurden 12 Jungtiere geboren, zwei von ihnen allerdings tot, da sie nicht aus der Eihülle gefunden hatten. Die anderen 10 Babys sind wohlauf. - Sie bezogen ein kleines Terrarium, daß mit Küchenkrepp ausgelegt wurde. Während der ersten Tage hielt ich das Krepp immer leicht feucht, da ich zunächst noch keine Wasserschale in das Becken stellen wollte. Als Unterschlupf dienten halbierte, leere Papprollen. Zum Klettern gab ich noch einige dünne Zweige ins Terrarium. 

Babies

Das Becken wurde von außen mit Papier abgeklebt, um die Tiere vor Störungen von außen zu schützen.
1. Futter 23.07. Am dritten Tag bot ich ihnen das erste Futter an. Dazu wurden relativ kleine Stinte in kleine Stücke geschnitten und locker auf dem Futterteller verteilt. Die jungen Strumpfbandnattern waren für einige Minuten eher zurückhaltend. Dann wagten die ersten zwei einen Ausflug zum Teller. Sie bezüngelten das 'Fremde' ausgiebig, krochen wieder weg, kamen zurück und züngelten wieder. 
Dann traute sich die erste, zuzupacken. Geschickt schnappte sie sich einen Futterbrocken und zog sich unter den Rand des Tellers zurück, wo sie ihre Beute schluckte. Auch die andere Natter kam und holte sich einen Brocken. Sie machte sich nicht die Mühe, die Beute zu sichern sondern verschluckte den Fisch gleich an Ort und Stelle...
Futter 23.07.01 Nach und nach wurden alle Babys auf den für sie neuen Futter-Geruch aufmerksam. Neugierig schauten sie aus ihren Verstecken hervor und es sah so aus, als würden sie ihre fressenden Geschwister beobachten. Zögerlich kam nun eine Natter nach der anderen zum Futterteller. Manche schnappten ganz zielsicher zu, andere waren eher skeptisch und züngelten lange, krochen wieder weg, um bald darauf einen neuen Versuch zu starten. Einige der kleinen Thamnophen waren schon jetzt nicht mit einem Happen zufrieden, sie kamen zum zweiten oder dritten Male zum Futterteller. zuschnappen 1

- Fortsetzung hier -

 

Literatur zum Thema: 'Strumpfbandnattern' von Martin Hallmen und Jürgen Chlebowy
'Die Strumpfbandnattern' von  Frank Mutschmann
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© R. Kohlmeyer 2000 - 2004

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